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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
65
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scbaffuug der Messe, 17) die äußern Cercmonien.') Diese Ar-tikel batt? Melanchthon an manchen Stellen weiter ausgeführt,ibnen an manchen Stellen die schroffen Ecken abgeschliffen, ihneneine mundrechte Form gegeben und manchen schroffen AusdruckLuther's darin in glimpflichere Worte eingekleidet. Nach viel-fältigem Umändern, Ausstreichen und Zusetzen 2) brachte er dieseArtikel in eine Schrift zusammen, welche in zwei Theile zer-fällt, davon der erste in 21 Artikeln die Glaubenslehre behan-delt und der zweite sich in 7 Artikeln über die in der römischenKirche abzuschaffenden Mißbrauche ergeht. In der Glaubens-sache war die Lehre von einem einzigen Gotte, von der Drei-persönlichkeit und von der Menschwerdung des Sohnes mit deralten Lehre vollkommen übereinstimmend. Die übrigen Punktewaren zwar nicht mit der Luther'n eigentümlichen Schärfe undGehässigkeit behandelt; sie treten, wie Luther selbst sich ausdrückt,leise auf, behandeln mit einer gewissen Scheu die fraglichenPunkte, lassen mehr erratben als sie positiv hinstellen und suchenden wahren Kern auf alle mögliche Weise zu bemänteln und zuversüßen. Dies alles erklärt der furchtsame, versöhnliche undfriedfertige Charakter Melanchthon's. Nichts desto weniger zei-gen sich aber auch diese Punkte als dem wahren Glauben entge-gen und häretisch. Namentlich zeigt sich dies augenfällig bei derLehre von der Erbsünde, welche ein absolutes Unvermögen zumGuten bewirken solle, bei der Lehre von der Rechtfertigung,welche nur allein durch den Glauben erlangt werden könne, vonder absoluten Unfreiheit des Willens zum Guten, vondem Unnutzen der guten Werke, von der Verehrung undAnrufung der Heiligen und von der Gegenwart Christi imAltarssakramente, welche nicht durch eine wirkliche Verwand-lung, sondern nur durch den Glauben sich bewerstelligcn.Der zweite Theil handelt über die Mißbräuche in der katholischenKirche, und als solche werden bezeichnet die Entziehung des

1) Saliz, Augsburg. Konfession, B.U.K. 2. H, 7.; v. Seckend. I. II. Z. 5S.

2) Galig, B. II. K. 3. §. 3.