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sandten 1521 zwei Ordensbrüder, den I. Wcstcrmann undHerm.Kothen, nach Wittenberg. Westermann, der sich durch seinentheologischen Eifer die Geneigtheit der wittenbergischen Koryphäenerworben und durch Karlstadt die thcolog. Doctorwiirde 1523erlangt hatte, war ganz auf die Seite der Neuerer getreten;in sein Kloster zurückgekehrt, sprach er mit Eifer der neuenSache das Wort und suchte durch seinen im westphälischen Dia-lekte geschriebenen Katechismus das „reine Evangelium" auchda auszubreiten, wo er durch mündliches Predigen nicht thätigsein konnte. Die Anhänger des Katholizismus erkannten sofort,welche Gefahren durch diesen Katechismus der religiösen Ueber-zeugung des Volkes drohten, und es mußte ihr ernstestes Stre-ben sein, solchen Gefahren mit Kraft entgegen zu arbeiten. Siebestimmten den Erzbischof von Köln und den Herzog von Cleve,einen Commiffarius nach Lippstadt zu schicken, welcher die auf-keimende Saat der neuen Lehre unterdrücken sollte. Es wardies der Inquisitor vt. Joh. Romberg, Mönch des Prediger-ordens. Er versuchte es, durch seine Uebcrzeugungskraft unddurch die herzoglichen Drobbriefe den Westermann zur Unter-drückung seines Katechismus und zum Wicderruf seiner Irrlehrenzu bewegen; eben so versuchte er seine Bekehrungsfähigkcit anKöthen. Aber zum erwünschten Ziele gelangte er nickt undmußte unverrichteter Sache nach Köln zurückkehren. In Kölnrühmte sich Romberg zwar eines vollständigen Gelingens seinerMission; aber in Lippstadt war hicvon wenig zu merken; We-stermann und Köthen schritten aus der einmal betretenen Bahnweiter; 1528 traten ihnen noch zwei andere Prediger, WilhelmKapell aus Düren und Jak. Leidigen aus Lippstadt, helfend zurSeite; die Mönche verließen immer zahlreicher die Klöster undimmer mehr Laien schlugen sich zu der neuen Lehre.