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lern" gewesen. Daß dich wirklich der Fall, zeigt sein haßer-fülltes und fanatisches Benehmen, worin er 1527 im kölnerDome, alles Schicklichkcitsgesiihl und alle Achtung vor demHeiligen und Ehrwürdigen mit Füßen tretend, einen celebnrendenPriester am Altare insulrirte und dem, was so vielen Tausendenso heilig ist, öffentlich Hohn sprach. Er wurde sofort verhaftet,mit Klarenbach anderthalb Jahre im Gefängnisse gehalten, undbeide wurden endlich den 28. September 1529 in Melatcn alsverstockte Ketzer verbrannt.
In andern Theilen unsver Gegend wurden durch direkteVerbindungen mit sächsischen Theologen der neuen Sache einnicht unbedeutender Anhang gewonnen. Sibylla, Tochter Jo-hannes II., Herzogs von Cleve, wurde 1527 mit JohannFriedrich, Churprinz von Sachsen, in Torgau vermählt. DerChurprinz wollte mit seiner jungen Gemahlin eine Zeitlang imGebiete seines Schwiegervaters zubringen, und zog nach Düssel-dorf. Ohne Prediger des „reinen Evangeliums" glaubte ernicht leben zu können, weßwegen ihn Myconius, der in Annaberg,Zwickau und Gotha für die neue Lehre thätig gewesen war,begleiten und jeden Tag im Schlosse zu Düsseldorf vor ihmpredigen mußte. Dies machte bald großes Aufsehen in derganzen Gegend, und ein eifriger Franziskanermönch aus Köln,Joh. KÄrbach, fand sich veranlaßt, nach Düsseldorf zu gehenund den Versuch zu machen, durch eine öffentliche Disputationden neuen Prediger zum Schweigen zu bringen. Aber dieserDisputation ging es wie allen andern: sie blieb ohne Resultat.Jeder der Disputanten rühmte sich des Sieges, und durch ver-schiedene Streitschriften suchte man beiderseits den Sieg vor allerWelt zu bewahrheiten. Durch diesen Streit machte die neueSache im Bcrgischen immer größeres Aufsehen und erwecktemanche Sympathien bei solchen, welche auf irgend eine Weisemit den bestehenden Verhältnissen nicht recht zufrieden waren.
Zu Lippstadt im Märkischen knüpften die Augustinermönckedirekte Verbindungen mit den sächsischen Reformatoren an und