schritt in der Wissenschaft, der ihnen erlaubte, an Freitagen undSamstagen öffentlich Fleisch zu speisen. Die gleichgültigen Ge-müther, welche man in den gebildeten Ständen und im jugend-licher Alter so vielfach trifft, würden dann eine gleichsam gött-liche Autorität für ihre seitherige Gleichgültigkeit gefunden ha-ben, und hätten sich jetzt aller der mannigfachen kirchlichenBeobachtungen, wie Fasten, Abtödtungen, regelmäßiger Kirchen-besuch u. st w. freudig entschlagen. Mancher auch aus demstudirenden Clerus würde mit Lust dem Worte gelauscht haben,das ihm bald ein Weib versprach. Mancher Mönch, dem dieKutte zur Last war, und der nur aus zeitlichen Beweggründensich der Strenge der Klosterregeln unterzogen hatte, würde be-reitwillig den Augenblick erfaßt haben, der ihm ohne Gefahrder Sclbstverachtung wie des allgemeinen Weltspottes Gelegen-heit bot, das Ordenskleid abzuwerfen. Mancher endlich, denschwere Sünden und Laster im Gewissen drückten, würde mitBegeisterung eine Lehre hingenommen haben, die ihn von der sosehr demüthigenden Verpflichtung eines speziellen Sündenbekennt-nisses lossprach. Aber so weit ließ man die neue Lehre auf derUniversität nicht Einfluß gewinnen, und dem reformatorischenBemühen des Fabrizius ward bald ein Ziel gesetzt. Als es zurKenntniß der Universitätsbchörde gekommen, daß er aus derPhilosophie in die Theologie übergriff und die lutherische Lehreanstatt der hebräischen Sprache vortrug, ward ihm von Seitendes Rektors Theodor Schiderich, churfürstl. Geheimcrath, dcSDekans der philosophischen Fakultät und der Provisoren jedeVorlesung in der philosophischen Fakultät untersagt. Als er nunaber in Privatvorlesungen fortfuhr, auf dem betretenen Wegedie neue Lehre zu verbreiten, wurde er hierüber angeklagt undvor die Provisoren und den Vicekanzler Jodokus von Erpachcitirt. Der Spruch lautete auf Entlassung von der Universitätund Beraubung aller öffentlichen wie privaten Lehrfähigkeit (imDezember 15S7).
Mehr auf das Volk als auf die studirendc Jugend einwir-