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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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künden. Durch einen rein kirchlichen Sinn und ein kirchlichesStreben wollte sie ihre Dankbarkeit gegen die kath. Kirche undden römischen Stuhl bewähren, und auch stets ist sie sich treugeblieben im entschiedensten Kampfe gegen Alles, waS den kirch-lichen Grundsätzen widersprach oder nur zu widersprechen schien.Auf welche Weise die also gesinnte Universität die in Sachsenbegonnene sogenannte Reformation begrüßen werde, war leichtvorzusehen. Hogstrateu, der Vertreter der Universität gegenReuchlin, hatte sich auch schon l518 als ihren Repräsentantenin gleichem Tone gegen Luther aufgeworfen. Die ganze Fakul-tät zeigte vor aller Welt dieselbe Gesinnung, als sie den 3V.August 1520 mehrere Bücher Luther's, seine Schrift gegen Syl-vester Prierias, die Reden über die Buße, den Bann, denAblaß, die Bereitung zum Tode, durch ein Fakultätsdekret alsgottlos und irreligiös verdammte und öffentlich verbrennenließ H. Nicht lange nach dieser Demonstration kam auch durchdie päpstlichen Legaten Caraccioli und Alcandcr die gegen Luthererlassene Bannbulle in Köln an und wurde publizirt. Rathund Churfürst waren damit einverstanden; diese theiltcn derUniversität Gesinnung. Nicht weniger treu als diese hingen anihrem alten Glauben und den alten Kirchengebräuchen die Bürger mit ihren Zünften und das ganze Stadtregimcnt, DerCburfürst, seit 15l5 Hermann von Wied, war auch in keinerWeise für das neue Treiben günstig gestimmt. Von ihm warauf keine Unterstützung der Reformbestrebungen zu rechnen.War doch eines Theils bis dahin noch kein Beispiel aufzuwei-sen, daß einer der mächtigsten Söhne und Erbe» der Kirche,einer der geistlichen Fürsten, der Mutter untreu geworden war,und zeigten doch anderer Seits sein ganzes Verfahren und alleseine Grundsätze den ernstlichsten Widerwillen gegen die Neue-rung. Auf jede Weise war er bestrebt, von seinem Distrikte dieNeuerung fern zu halten. Durch die ganze Diözese ließ er durchstrenge Mandate bekannt machen, daß an keinem Orte irgend

1) Keeken,lork, «nm. Ue I,utl>. l, I. Z. 6?. 8lei<I»n, I. II.

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