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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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dung und Abrundung der Sprache zu beleben, und, währenddaß sie sich nur die Form und Schaale aneigneten, den Inhaltund den Kern aber fahren ließen, sich in ihrem Christenthumein keiner Weise von jener heidnischen Weltanschauung beirrenzu lassen.

Die Reuchliner griffen mit geißelnder Satpre der Domi-nikaner Beschränktheit und barbarische Ausdruckswcise an. Aberdiese faßten die Gegner an einer gefährlicheren Stelle und foch-ten mit derben Worten Reuchlin's und seiner Gesinnungsgenos-sen Glauben und kirchlichen Sinn an. Das schlimme moralischeBeispiel und die antichristlichen Schriften vieler Humanisten hal-fen ihnen in den Augen von Clerus und Laien ihre Behauptungenund Argumente bekräftigen.

Dieses Mißtrauen gegen den reuchlinischen Glauben magauch Vieles dazu beigetragen haben, daß sich viele gelehrten An-stalten, so namentlich die Universität Köln, auf Seiten der Do-minikaner stellten. Hier ging den übrigen Fakultäten voran dietheologische Fakultät unter ihrem Dekan Peter Suls aus Köln,Doktor der Theologie, Scholaster in St. Gereon, Pastor inSt. Lorenz und Canonikus in St. Severin. Hiebei machtensich am Bemerklichsten Arnold von Tongern und Ortwin Gra-tius oder de Graes, welcher letztere auch aus der Schule desHcgius hervorgegangen war. Er stand anfänglich in Freund-schaft und auf Seiten der Humanisten; später wandte er sichaber zur Partei Hogstraten's, und wegen dieses Ueberganges indas andere Heerlager wurde er damit beehrt, daß an ihn dieepistal»; viiamn, allseinni'iiin gerichtet wurden. Diesen entge-gen arbeiteten unter dem Schutze Neuenar's Hermann vomBusche, Barth. Coloniensis und Johann Acstikampianus. Abersie unterlagen im Streite : das Ansehen des Kanzlers konnte sienicht kräftig genug stützen, ihre Stellung mußten sie ihren An-sichten opfern und die Stadt verlassen. Daß die Universität einean der Hand der Kirche großgezogene Anstalt war, wollte sieauch in ihrem öffentlichen Auftreten und in ihrer Gesinnung de-