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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
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einem Prediger der neuen Lehre Zutritt gelassen werden dürfe,seinen verderblichen Samen auszustreuen. Er ermahnte durcheigene Rundschreiben die Pfarrer auf's Ernstlichste, genau ihrePflicht zu erfüllen und in Betreff des Glaubens nur recht wach-sam zu sein. Der Universität dankte er auf's Herzlichste undwünschte ihr Glück zu ihrem guten Glauben, als sie die Schrif-ten Luther's verdammt hatte. Wegen dieses seines altgläubigenErnstes stand er bei Kaiser und Papst in hohem Ansehen. Aufdem Reichstage zu Worms stand er unter den Ersten, die strengegegen Luther riethen, und er bestand mit allem Ernst und Eiferauf dem Spruch und der Erecution des Ediktes gegen Luther.Er selbst ließ das Edikt in Köln bei Caspar Gennep druckenund durch die ganze Diözese publiziren. Er fügte hinzu scharfeDrohungen gegen alle diejenigen, welche Luther's Schriften läsenoder verbreiteten und führte im Ganzen eine solche strengeSprache, daß sich wohl nicht leicht Jemand versucht fühlenmochte, seine Befehle zu übertreten').

So war für den Churstaat Köln zeitweilig noch jeder Zu-gang für die Reformation versperrt, und wenn nicht außerge-wöhnliche Vorkommnisse die Gestalt der Verhältnisse gewaltsa-mer Weise änderten, war hier auf keinen Erfolg für die Neue-rung zu rechnen.

Etwas anders stellten sich die Sachen in den Gebieten derumherliegenden Fürsten und Herren. Die Neuerung hatte hierschon mancherorts gehörig vorbereiteten Boden gefunden in demvielfach aufkeimenden und geschäftig genährten Bewußtsein, daßes in kirchlichem und wissenschaftlichem Leben nicht so recht be-stellt war, wie es wohl eigentlich sollte. Wo diese Erkenntnißsich festgesetzt hatte, da zeigte sich eifriges Ankämpfen gegen diein Wissenschaft und kirchlichem Leben herrschenden Mißbräucheund Mängel. Diesem Mißvergnügen liehen Stimme in unsererGegend vorzüglich Johannes von Wesel, Johannes von Gochund Johannes Wessel von Gröningen. Sie gerietben aber in

I) NcKlinvius, scliismn, jlsu'innnni.