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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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IN ihrem Elfer so weit, daß sie die in dem Judenspicgel in Be-treff der Vertheidiger der Juden aufgestellten Grundsätze zu ver-wirklichen suchten und gegen Reuchlin einen Jnquisitionsprozeßeinleiteten. Wenn sie hierin auch nichts gegen ihn vermochten,im Gegentheil dem glänzend gerechtfertigten Neuchlin gegenübervor dem päpstlichen Commissar, dem Pfalzgrafen Georg, Bischofvon Speier, unterlagen, so ruhten sie doch nicht, bis sie unge-achtet dieses Urtheiles durch Vermittlung des Lütticher Bischofes,Erhard von der Mark, von der pariser Universität einen ver-dammenden Spruch gegen das Reuchlinische Gutachten hatten,')Der Streit wurde immer bitterer, gehässiger und gemeiner. Vonder Judensache kam es bei der damaligen allgemeinen geistigenAufregung leicht allmählich zu allgemein wissenschaftlichen Ge-genständen, und es entwickelte sich jener Judenstrcit bald zum hef-tigsten Kampfe zwischen den Verehrern des klassischen Alterthumsund den strengen Anhängern der scholastischen Theologie. FastAlles, was Kopf und Geist hatte und eine Feder zu führen ver-stand, nahm Partei. Die mächtigsten und gescheitesten Köpfehielten es mit der Sache Reuchlin's. Sie glaubten, daß mitseinen Ansichten und Bestrebungen sich recht wohl die höchste ka-tholische Rechtgläubigkeit verbinden lasse. Sie erkannten, daßgerade die neue Regung in der Wissenschaft ein bedeutendesBeförderungsmittel für frommes christliches Leben und wahrenchristlichen Glauben sein könne (-wenn dieß auch in der That fürViele nicht der Fall war). Die Dominikaner aber ließen sichkeines Bessern überzeugen, und behaupteten sich fest in ihrer eng-herzigen Abschließung gegen jedes Fortschreiten in der Wissen-schaft. Sie verstanden es in keiner Weise, das Gefahrlose vomVerderbenbringenden zu scheiden, sich, im Besitze christlicher Grund-sätze und Weltanschauungen, zu wahren gegen das Heidenthumder elastischen Welt, die Reden und Schriften des klassischen Al-terthums nur anzuwenden und zu benutzen, den Geschmack anschönen Formen und das Gefühl für edle Ausschmückung, Vollen-

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