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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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dem h. Meßopfer beiwohnen und in bestimmten Kirchen diePredigt anhören.

So war die Kölner Universität durch die hergebrachte Lehr^weise, durch Gewohnheit und Dankbarkeit an die Interessen desrömischen Stuhles gebunden und mit den geltenden Grund-sätzen der kath. Kirche gleichsam verwachsen, und schwer mußtees halten, den Bestrebungen und Ansichten dieser Korporationeine andere Richtung zu geben. Zwar fand die neue Richtungim wissenschaftlichen Leben an einzelnen Gliedern der Universitätfreudige und begeisterte Anhänger, namentlich in der philoso-phischen und medizinischen Fakultät. Aber diese vermochten esnicht, ihren Gesinnungen allgemeinen Eingang und Anhang zuverschaffen, und mußten dem Widerstreben und Uebergewicht derGegner weichen.

Das Haupt dieser neuen Richtung und freigebiger Be-schützer aller derer, welche dieser Richtung huldigten, war langeZeit hindurch der Dompropst und Kanzler der Universität, GrafHermann von Neucnar. Geboren 1491, erhielt er nach demfrühen Tode seiner Eltern, Wilhelm von Neuenar und Wal-burga von Manderscheid, seine Jugenderziehung im Hause desGrafen Mauritz von Spiegelberg und Pyrmont, Propst vonEmmerich und Domherr in Köln, der mit seinen FreundenAgrikola und Langen freudig die in Italien aufgehende Mor-genrölhe der Wissenschaften begrüßte. Mit Langen zugleichhatte Spiegelberg in Italien die humanistischen Wissenschaftenan der Quelle geschöpft. Sie hörten den Laur. Valla, FranzPhilelphus, Maphäus Vagius, Leon. Arctinus, Nicol. Valla,Georg von Trapezunt, Theodor Gaza, auf deren Anweisungund mit deren Hülfe und Anleitung sie zum Gegenstände ihrerStudien machten den PlautuS, Terenz, Cicero, Livius, Salust,Justin, Taeitus, Sencca, Gcllius, Quinctilian, Plinius, Ter-tullian, Cyprian, Laktanz, Hieronymus, Augustin, Ennius,

>) Die einzelnen Urkunden siehe in einer Sammlung, gedruckt bei Hilden

in Köln, 1707,