Druckschrift 
Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

Ansichten und Bestrebungen derjenigen zu richten, welche diebürgerliche Gewalt in Händen hatten, und bei den einzelnenLandthcilen unserer Diöcesc gewann die politische Stellung imRcichsvcrbande den Haupteinftuß auf Einführung oder Behin-derung der Reformation. Die ganze Diöcese umfaßte einenLändcrcompler von zwanzig verschiedenen Gebieten. H Obenansteht der Churstaat Köln, an dessen Spitze der Churfürst mit sei-nem Domkapitel steht, und diesen zur Seite sind die Interessendes Landes noch durch drei andere Stände, den Stand der Gra-fen , Ritter und Städte, vertreten. Dem Churftaate zunächstan Macht und Länderbesitz stehen die vereinigten HerzogthümcrJülich, Cleve, Berg und die Grafschaften Mark und Ravens-berg, wo auf den Landtagen die Stände der Ritter und StädteSitz und Stimme hatten. Dann folgen die Grafschaft Mors,ein clevischcs Erblehen, das Churfürstenthum Trier mit zwölfPfarreien im eifeler Decanat, die Grafschaft Mandcrscheid-Blankcnheim-Gcrolstein, die Grafschaft Schleiden, die GrafschaftAremberg, 1576 zum Fürstenthum erhoben, die Grafschaft Ker-pen und Lommersum, die Herrschaften Wickerath und Schwanen-berg, die Herrschaft Mylcndonk, Sayn-Hachenburg, Sayn-Altenkirchcn, die Herrschaft Gimborn und Neustadt, die Graf-schaft Höhen-Limburg, die Fürstabteicn Stablo und Malmcdy,Prüm, Essen, Werden und die Reichsstädte Köln und Dortmund.Trier, Prüm, Stablo und Malmedy, Aremberg, Bergen undLommersum bleiben, als von der Reformation unberührt geblie-ben, außer Betracht.

!) Büsching, neue Erdbcschrcihimg, Tb. 7.2) Eichhoff, I o. S. t>