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geschehene Nachahmung zu begründen oder selbigen zu schnelleremUcbertritt zu den Ansichten des Fürsten zu bewegen, so fehlteauch dieses Mittelglied nicht: es war eine Schaar übergetretenermißvergnügter oder hcirathslustiger Geistlichen und Mönche. Diesehüteten sich wohl, das Kind beim wahren Namen zu nennen;von einer „andern" Religion sprachen sie keineswegs, boten nurein „reines, geläutertes" Evangelium aus. Wäre man vonvornherein mit der nackten Wahrheit hervorgetreten, voll Ent-setzen würde das Volk den Versucher abgewiesen haben. Aberohne Gefahr für sein Seelenheil glaubte es einer Richtung fol-gen zu dürfen, die nur Mißbrauche abzustellen verhieß. Wardas Volk einmal so weit gewonnen, dann schwamm eS blind-lings mit dem Strome und ließ sich leichtlich hineinreißen inden Strudel von Leidenschaft und Fanatismus, worein sich all-mählich die Reformation verirrt. Das Volk mußte hierinseinen Leitern und Führern folgen. Bei der ungebildeten Massenämlich ist die Form des Glaubens und der ganzen kirchlichenOrdnung weniger ein Ergebniß eigner Prüfung und wohlbe-wußter Wahl, als vielmehr eine vertrauensvolle Hingabe aneine leitende Autorität. Leickt ist es, ein Volk in eine anderegeistige, namentlich religiöse Richtung hineinzuziehen, zumal ineiner Zeit, wo die allgemeine Volksbildung noch auf so niedrigerStufe stand, wie zur Zeit Luther's. Ein Volk zu verführen undin den Strudel der Leidenschaft hineinzuziehen, ist nicht schwer,wenn die Verführer an Gewandtheit, Kraft und ScheingründenUcbermacht haben. Ist das Volk verführt und zur Leidenschaftgebracht, dann kennt es keine Gränzcn; es geht nicht den ruhi-gen Gang, den der nachdenkende Beobachter wohl erwartenmöchte. Beim einzelnen Individuum sieht man so selten, daßes stets auf dein geraden Wege, den Vernunft und göttlicheWahrheit verzeichnet, sein Leben fortführet; denn die Sinnlich-keit und hiermit zusammenhangende Leidenschaften treten gar zusehr hemmend der Vernunft entgegen. Um so weniger kannman dieß von einem ganzen Volke erwarten, wobei von seinen