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wahrende Predigen über christliche Freiheit von Seiten derGlaubcnöneuerer mochte Vieles zur größeren Heftigkeit dieserAufstände beigetragen und den Fürsten große Vorsicht angcrathenhaben, die Vcrkündcr einer solchen Freiheit zu begünstigen oderzu beschützen. Da sich aber beim Ausgange des Bauernkriegesnamentlich aus den Predigten und Flugschriften Luther's auf'sunzweideutigste herausgestellt hatte, daß in keiner Weise dieFürsten durch die neue Lehre gefährdet wären, da schwandallmählich die Besorgniß und geheime Scheu vor dem neuenKirchcnwesew Viele Fürsten gaben rasch und bereitwillig derReformation Luther's Raum in ihren Gebieten. Wie bis dahindie neue Lehre sich so enge mit den Bestrebungen der Ritter undBauern verschwistert hatte, so verließ sie setzt diese Sphäre,legte in ihrer äußern Erscheinung den demagogischen Charakterab, nahm einen mehr aristokratischen an, stieg in die Kabinetteder Fürsten und verband sich aufs Engste mit den Interessendieser Herren. Das Volk hatte seine Zuneigung für die neueSache verloren. Es hatte für die Reform nur in so fern eineZuneigung gehabt, als eS gerade mit Hülfe dieser Reformsein Ziel besser zu erreichen hoffte. Die blutigen Züge aber,welche sich durch die deutsche Volksgeschichte der letzten Jahrehindurchzogen, glaubte das Volk gar zu enge verbunden mildenneuen Bestrebungen auf kirchlichem Gebiete, als daß es nochlänger diese Sache mit Liebe vcrthcidigen sollte. Die Hinnei-gung des Volkes schwand, und in dem Einflüsse der Fürstenmußte die Reform ihren Halt suchen. In der That, waS sieauch nach dieser Zeit an fruchtreichem Boden gewonnen, dashat sie hauptsächlich durch den Einfluß, die Autorität und dieBestrebungen der Fürsten gewonnen. Die Fürsten, welche eigen-süchtig genug waren, die Interessen des Geistes und der Reli-gion dem persönlichen oder Haus- oder Standesinteressen auf-zuopfern, die stellten sich setzt aus die Seite der Neuerung undsuchten die Früchte zu ärntcn, welche Luther im Bunde mit
I) V,l. Walch, iNithce's V!>, Ili u, 2!.