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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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in Baicrn einen bedeutenden Einfluß auf die bischöfliche Gerichts,barkcit zu und zugleich auch den fünften Theil sämmtlichcr Ein-künfte der im Hcrzogthum gelegenen Stifter und Abteien. H

Nm so viel mehr Anklang fand sofort die Sache bei demmißvergnügten Adel. Bevor sich die Fürsten ernstlich für dieSache iutercssirtcn, mußte sie erst noch einen demagogischenCharakter annehmen und dann den Fürsten auf den Trümmernder Freiheit des Bauern und der Rechte und Güter der betei-ligten Ritter ihre Früchte in reichlichem Maaße bieten. Ohnedaß Luther es wollte oder nur daran dachte, wußte der Adelrasch die Sache Luthcr'S zu der seinigen zu machen, um imNamen dieser Sache seine eignen Absichten zu erstreben. Inwelcher Gährung, in welcher dumpfen Unzufriedenheit, in welchemeingefleischten Hasse der niedere deutsche Adel gegen die ganzedamalige NeichSverfassung, gegen ihre Stützen und Glieder,gegen Kaiser, gegen Juristen, gegen Fürsten und namentlich ge-gen die Geistlichkeit lebte, haben wir schon oben gesehen. Hab-gierig warteten die Adeligen, um raubend und plündernd überdie fette reiche Beute herzufallen, die sich lockend in den Güternund Neichthümern der Geistlichkeit zeigte. Wenn die Reform imGeiste Luther's und nach den Conscguenzen Luther's durchgeführtwurde, dann konnten sie sicher auf den Erwerb dieser Beuterechnen. Luther'n und die Theologen wollten sie mit dem Geisteder Reform schalten und walten lassen nach Belieben, wennihnen nur das Materielle zufiel. Sie waren es zufrieden, daßLuther die Welt auf den rechten Weg zum Himmel führen sollte,aber sie wollten für ihre Person erst einen kleinen Umweg durchdie herrlichen Güter des Clerus machen, in deren Besitz dieGeistlichen so lange die Bahn des Heils verkündet hatten. Inder Erreichung dieser Absichten mußten sie sich sehr beeilen, wennsie den mächtigen Reichsfürsten zuvorkommen wollten, von denencS in Aussicht stand, daß sie nicht lange mit einem Angriffe auf

1) Gfrörcr, Gust. Adolf. B. 2. K. l. S. 'ÄS.