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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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und völligen gewaltsamen Umsturz der damaligen Neichsverfassungausging, suchten sie allmählich den Bauernstand zu gewinnen,der erst kürzlich durch die Veränderung im Kriegswesen zu poli-tischer Bedeutung gelangt war. Es hatte sich die auf dem deut-schen Lehnswesen beruhende Militärverfassung bedeutend geän-dert. Dadurch, daß die Lehensleute sich immer mehr zu unab-hängigen Landesherren gemacht hatten, mußte auch die Kriegs-fiihrung durch Lchensmannschaften immer schwieriger werden,und es traten an die Stelle der Lchensmannschaften Söldner-heere, die beim Ausbruche eines Krieges von den streitendenParteien nun auch aus dem Bauernstande genommen wurden.Diesen Bauernstand suchten die Ritter nun durch gehässige undübertriebene Schilderungen der Bestrebungen und des Lebensbei Fürsten und Geistlichkeit gegen Fürsten und Clerus einzuneh-men, und waren bemüht, das Schinden und Schätzen, worunterdie Bauern vom Adel leiden mußten, als nothwcndige Folge desungerechten Bestrebens der Fürsten und Geistlichen auszudeuten.

Das ganze Reich war also in seinen verschiedenen Bestand-tbeilen in der höchsten Gährung und Aufregung, und eineCrisis mußte eintreten, entweder zu besserer Ordnung und Ruheoder zu Verwirrung und Aufruhr. Es kam hiebei darauf an,ob ein starker kräftiger Geist den Sturm hinlänglich erkannte,welcher den Rest der kaiserlichen Gewalt, wie die ganze deutscheReichsverfassung zu zerstören drohte, ob ein solcher Geist all dieVerhältnisse überschauen, durch kluge, kräftige Mittel den Ausbruchder Leidenschaften zurückhalten, oder ihren Ausbruch zur Rettungder Neichsverfassung umleiten würde; oder es kam darauf an,ob die geeigneten Mittel der Beruhigung und Beschwichtigungnicht gefunden würden, der Gährung freier Lauf gelassen würdeund ein voreiliger und unbesonnener Hauch die glimmende undglühende Masse zu Heller Flamme anblasen würde. Jenes ver-suchte Kaiser Maximilian. Aber bei seinem Versuche sah ernicht so sehr auf die Wohlfahrt des Reiches im Ganzen wie inallen seinen Theilen, als vorzüglich auf den Vortheil der Kai-