dens und Schützens der Lauern und wegen der vielen Spor-leln, Renten und Einkünfte, und von den Gelehrten endlich wa-ren sie auf alle Weise geschmäht, verhöhnt und verspottet. Allesschien sie ihrem Verderben zuzuführen, und Alles schien daraushinzudeuten, daß ihr Untergang nahe sei.
Aber dieß war nicht der einzige Sturm, welcher der ganzendeutschen Neichsverfassung in der augenscheinlichen Gefahr derdeutschen Geistlichkeit drohte. Ein anderer Sturm brach hereinvon Seiten des mißvergnügten Nitterstandes. So wie die Rit-ter den glühendsten Haß gegen den Clerus hegten, so hatten sieauch wenig Liebe zu den mächtigeren weltlichen Reichsständenund wenig Anhänglichkeit an das weltliche Regiment, und siehätten gerne der ganzen Verfassung deS Reiches eine andere Formgegeben. So lange das Reich noch in dem anarchischen Zustandelag, den die Zeit des Faustrechts hervorgerufen, so lange nochjeder Ritter rauben und morden konnte nach Herzenslust, sovielibm Macht, Muth und weites Gewissen zuließ, so lange zeigtesich die Unzufriedenheit nicht offen: hatte doch damals Jedernach Gewohnheitsrecht, sobald er den Fehdcbrief geschrieben, An-spruch und Berechtigung auf jegliches Gut, wonach ihm gelüstete.Seitdem aber König Mar durch den ewigen Landfrieden einebessere Ordnung der Welt hatte anbahnen wollen, das berüch-tigte Faustrecht aufhob, und endlich die wechselseitigen Rechtever Neichsstände und Bürger unter den Schutz der Gesetze stellte,da war plötzlich der Ritter eigentliches LebenSelement vernichtetund ihre Haupterwerbsguelle abgeschnitten. Unzufriedenheit griffin ihnen Platz, die Grundlage von Revolution und Bürgerkrieg,Diese kampflustigen Ritter grollten im Geheimen und öffentlich,erdachten Umsturzplane und verwarfen sie wieder; sie schieneneinen geeigneten Zeitpunkt zu erwarten, wo sie mit dem Schwerteauf einen Schlag dem weltlichen wie dem geistlichen Regimenteein Ende machen und im Trüben fischen konnten. Zu ihremPlane, der auf Bürgerkrieg, Vertilgung der Geistlichen, Be-kämpfung des vorwiegenden Einflusses der weltlichen Fürsten