Daressalam den 5. März 1898.
Zwei für Deutsch-Ostafrika nicht unwichtige Fragen hat manin neuerer Zeit mit dem westlichen Theil des Usambara-Gebirgesin Verbindung gebracht. Die Besiedelungsfähigkeit für deutscheEinwanderer und die Begründung eines Sanatoriums. Beide Fragenstehen in einem gewissen Zusammenhang mit einander. Wenn eineGegend geeignet sein soll, deutsche Einwanderer aufzunehmen,welche daselbst als Ackerbauer und Viehzüchter sich eine neueExistenz gründen sollen, dann muss sie abgesehen von der Ertrags-fähigkeit des Bodens vor Allem gesund sein und ein solches Klimabesitzen, dass es dem Europäer noch möglich ist, die für die Be-wirthschaftung des Bodens erforderlichen Arbeiten selbst zu leisten.Eine derartige Gegend würde sich aber auch ohne Weiteres zurAnlage eines Sanatoriums eignen.
Nach Allem, was darüber berichtet wurde, schien West-Usam-bara für diese Zwecke besonders günstig zu sein. Das Klimanähert sich dort dem europäischen, es ist erheblich kühler, wie ander Küste oder gar in der benachbarten glühend heissen Steppe;zeitweilig kann es geradezu kalt werden, ohne dass jedoch dieTemperatur jemals bis zum Gefrierpunkt sinkt.
Andererseits wurde aber gegen die Verwendung des Usambara-Gebirges geltend gemacht, dass die Gesundheitsverhältnisse dortnicht unbedenklich seien. Der Europäer welcher dorthin kommeund sich längere Zeit aufhalte, müsse eine ein bis zwei Monate langdauernde fieberhafte Krankheit, eine Art von Akklimatisationsfieberdurchmachen, welches unter Umständen recht gefährlich werdenkönne. Auch sei im Gebirge die Wirkung der Sonnenstrahlen eine