Bombay, den 14. Mai 1897.
Eurer Excellenz beehre ich mich über den derzeitigen Standder Arbeiten der Kommission und über die noch zu erledigendenAufgaben ganz gehorsamst zu berichten.
Die Kommission hat bisher über den Verlauf der Epidemie,über das anatomische und klinische Verhalten der Pest und überdie Eigenschaften des Krankheitserregers ein umfangreiches und sehrwerthvolles Material gesammelt, welches die Unterlagen für dierichtige Beurtheilung des Wesens der Krankheit, ihrer Verbreitungs-weise und der Maassregeln zu ihrer Bekämpfung zu geben im Standeist. Da die hierauf bezüglichen Arbeiten, namentlich auch in ihremexperimentellen Theil, nahezu beendigt sind, so konnte man an denAbschluss derselben und an die Rückkehr der Kommission denken.Hierzu scheint mir indessen der richtige Zeitpunkt, und zwar ausfolgenden Gründen noch nicht gekommen zu sein.
Das lehrreichste und deswegen wichtigste Pestexperiment,welches sich ohne unser Zuthun vor unseren Augen vollzieht, ist dieEpidemie selbst und dieses Experiment ist noch nicht zu Ende.Es hat allerdings den Anschein, als ob die Epidemie über die Grenzender Präsidentschaft Bombay nicht hinausgehen wird und als ob sie,nachdem die grösseren Städte Bombay, Karrachee und Poona nahe-zu durchseucht sind, im schnellen Abnehmen begriffen ist. Aber dasAufflackern der Seuche in Cutch-Mandvie während der letztenWochen lehrt doch, dass man vor Ueberraschungen noch nichtsicher ist. Und gerade solche Beispiele, wie das von Mandvie, wodie in Bombay u. s. w. gemachten Erfahrungen bereits zur Anwen-dung kommen konnten, geben am besten einen Maassstab dafür ab,