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Reise-Berichte über Rinderpest, Bubonenpest in Indien und Afrika, Tsetse- oder Surrakrankheit, Texasfieber, tropische Malaria, Schwarzwasserfieber
Entstehung
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Daressalam, den 25. Februar 1898.

Wenn Deutscli-Ostafrika in gesundheitlicher Beziehung sichkeineswegs eines besonders guten Rufes erfreut, so verdankt es dasausschliesslich der Malaria. Alle anderen Krankheiten treten diesergegenüber völlig in den Hintergrund, man kann geradezu behaupten,dass Deutsch-Ostafrika, wenn die Malaria nicht wäre, ein recht ge-sundes Land sein würde. Gerade diejenigen Krankheiten, welchein Europa eine so hervorragende Rolle spielen und die Mortalitäts-ziffer beherrschen, sind hier ganz unbekannt oder kommen nurselten vor. So fehlt hier der Abdominaltyphus vollkommen, Diphthe-ritis scheint noch nie beobachtet zu sein, Tuberkulose kommt nurvereinzelt vor, und auch dann ist sie fast immer von Europa oderaus Egypten mitgebracht. Selbst die Dysenterie, diese gefürchteteTropenkrankheit, scheint hier, wenigstens im Küstengebiet, so selten,vielleicht auch nur örtlich begrenzt zu sein, dass ich im Laufe vondreiviertel Jahren nicht einen einzigen Fall zu Gesicht bekommenhabe, während sie doch sonst in tropischen Ländern in jedemHospital anzutreffen ist. Wie häufig dagegen die Malaria hier ist,das lässt sich daraus ersehen, dass im Krankenhause zu Daressalamim Laufe der Jahre 1891 bis 1896 auf 899 Kranke 485 Malaria-kranke, das ist 54 %> kommen.

Die bisherigen Anschauungen über die hiesige Malaria gingenim Wesentlichen dahin, dass hier ausschliesslich die tropische Formder Malaria vorkommt, und zwar die sogenannte Quotidiana, d. li.eine Malaria, welche mit täglich wiederkehrenden Fieberanfällenverläuft. Ohne geeignete Behandlung führt diese Malaria schnell zuBlutarmutli und langwierigem Siechthum. Wer erst einmal an