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Reise-Berichte über Rinderpest, Bubonenpest in Indien und Afrika, Tsetse- oder Surrakrankheit, Texasfieber, tropische Malaria, Schwarzwasserfieber
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so intensive, dass sehr oft Gesundheitsbeschädigungen durch Insolationveranlasst würden.

Um über diese Verhältnisse Klarheit zu gewinnen, begab ichmich selbst nach West-Usambara und blieb dort, durch die Versucheüber das Texasfieber zurückgehalten, etwa anderthalb Monate, langegenug, um einen Einblick in die sanitären Zustände des Gebirgesgewinnen zu können.

West-Usambara bildet einen Gebirgsstock für sich. Es ist durchdas tiefe und breite Luengera-Thal von Ost-Usambara vollkommengetrennt. An allen Seiten steigt es aus der flachen Steppe mitschroffen Felswänden festungsartig auf und bildet oben eine zwischen1200 und 1600 m hoch gelegene hügelige Fläche, welche in ihrerGestaltung an die mitteldeutschen Gebirge erinnert. Gerundete Berg-kuppen, welche auf den Höhen bewaldet sind, kesselartige undflache Thäler, in deren Grunde Bäche fliessen. Die Gewässer sam-meln sich zu kleinen Flüssen und stürzen am Rande des Gebirgesangekommen in mächtigen Wasserfällen zur Steppe herab.

Der am meisten benutzte Weg nach West-Usambara führt vonder Küstenstation Tanga durch das Bondei-Land zum Pangani- oderRufufluss, welcher vom Kilimandscharo kommt und am westlichenRande des Gebirges den Mkomasifluss aufnimmt. Die Karawanen-strasse verlässt den Rufu sehr bald wieder und geht am Mkomasibis Mombo, von wo der Aufstieg ins Gebirge erfolgt. Auf derganzen Strecke durch Bondei, am Rufu- und am Mkomasiflusse sindhäufig sumpfige Niederungen zu passiren, von denen die gefiircli-tetste der mit Papyrusdickichten bestandene Tarawandasumpf ist;in der nassen Jahreszeit braucht man fast eine halbe Stunde umihn zu durchwaten.

Um von der Küste ins Gebirge zu kommen, ist ein Marsch vonsieben bis acht Tagen erforderlich.

In West-Usambara leben zur Zeit zwei bis drei Dutzend Europäer,welche sich auf mehrere Missionsstationen, die vom Gouvernementfast in der Mitte des Gebirges angelegte Kultur- und VersuchsstationKwai und eine Plantage vertheilen.

Der Eindruck, welchen ich bei meiner Ankunft in Kwai,meinem Reiseziel, von dem Gesundheitszustände der Europäer imGebirge erhielt, war zunächst ein höchst ungünstiger.