Einleitung.
Die Rinderpest hatte in Afrika mehrere Jahre gebraucht, umin langsamem Zuge vom Norden nach dem Süden zu fortschreitend biszum Zambesi-Flusse zu gelangen. Im Jahre 1896 überschritt sieden Fluss und breitete sich dann mit grosser Geschwindigkeit überTransvaal, den Oranje-Freistaat und das Basuto-Land aus.
Von Seiten der Kap-Ivolonie, welche zunächst bedroht war,wurden die grössten Anstrengungen gemacht, um die Seuche zumStehen zu bringen. Es war an der Grenze ein zweifacher, durcheinige tausend Polizisten bewachter Stacheldraht-Zaun gezogen,um das Eindringen von Menschen und Thieren, welche die Rinder-pest hätten einschleppen können, zu verhüten. Wo sich trotzdemdie Rinderpest diesseits des Zaunes zeigte, wurden ganze Heerdenals seuchenverdächtig getödtet. Man verliess sich aber nicht alleinauf diese Massregeln, sondern entschloss sich, auch die moderneWissenschaft zu Rathe zu ziehen. So erhielt ich Ende Oktober 1896telegraphisch die Aufforderung, nach Südafrika zu gehen und Unter-suchungen über die Rinderpest anzustellen. Nachdem ich die Ge-nehmigung des Kultusministeriums hierzu erhalten hatte, konnte ichbereits am 11. November die Reise antreten. Oberstabsarzt Dr. Kohl-stock begleitete mich als Assistent.
Am 1. December in Kapstadt eingetroffen, begab ich mich als-bald nach Kimberley, welcher Ort mir für die Anlage der Experi-
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