Sir!
Kimberley, den 10. März 1897.
Ich habe inzwischen Gelegenheit gehabt, die Schutzimpfung mitGalle, wie ich sie in meinem letzten Bericht beschrieben habe, aufeiner von der Rinderpest ergriffenen Farm im Freistaat praktischzu erproben. Diese Farm, Susanna, etwa 4 Meilen von der Grenzeim Freistaat gelegen, war wochenlang rings umgeben von Rinder-pest, ohne selbst inflcirt zu werden, so dass man glaubte, dieselbewürde verschont bleiben, namentlich da der Farmer (Mr. Lisching),ein sehr intelligenter Mann, Alles auf bot, um die Infektion vonseiner Farm fernzuhalten. Aber trotz aller Bemühungen kam dieRinderpest, und zwar zuerst unter dem Vieh der zur Farm gehörigenKaffern zum Ausbruch, so dass in diesem Fall, wie in so vielenanderen, die Einschleppung der Seuche dem Verkehr von Kaffernmit anderen Kaffern auf inflcirten Farmen zugeschrieben werdenmuss.
Der Ausbruch erfolgte am 20. Januar, ich besuchte die Farmam 2. Februar und fand den Bestand von 180 Haupt Rindvieh bereitsstark inflcirt, 27 Rinder waren bereits todt, mindestens 50 zeigtenmehr oder weniger deutliche Symptome von Rinderpest, 44 Thiere,welche noch gesund erschienen, waren von den übrigen getrenntund am Tage zuvor von einem anderen Farmer mit einem Präparatgeimpft, welches derselbe vom Herzen und der Blase eines Rinder-pestthieres genommen und hergestellt hatte.
Auf meinen Vorschlag, mit den übrigen noch gesund erschei-nenden Thieren einige Versuche mit Schutzimpfung anzustellen,ging Herr Lisching bereitwillig ein.
Die Impfung wurde schon am nächsten Tage ausgeführt, und