Daressalam, den 10. Februar 1898.
In einem früheren Berichte war mitgetheilt, dass ein Infektions-herd für die Surra-Krankheit auf dem Wege von Uhehe zur Küsteexistiren müsse, und zugleich die Yermuthung ausgesprochen, dasswohl noch an anderen Stellen der Kolonie ebensolche anzutreffensein würden. Diese Yermuthung hat sich insofern bestätigt, als ichinzwischen noch zwei andere Richtungen gefunden habe, in welchenSurraherde liegen müssen.
Bei meinem Aufenthalt auf der Station Masinde theilte mir derStationschef Herr Lieutenant von Stümer mit, dass in Kisuane,welches am östlichen Fusse des Pare-G-ebirges liegt, unter den dort-hin gebrachten Rindern eine Krankheit ausgebrochen sei, deren Be-schreibung in mir den Verdacht auf Surra erweckte. Auf meineVeranlassung liess Herr von Stümer zwei Thiere aus dieser Heerdekommen und sandte sie mir nach Kwai. Das eine Rind war unter-wegs verendet, das zweite kam indessen bis Kwai, wo ich es unter-suchen und in seinem Blute die Surra-Parasiten nachweisen konnte.Die Heerde, zu welcher diese Thiere gehörten, war vom Kilima-ndscharo nach Kisuane gebracht. Es muss also der Surraherd aufdiesem Wege oder in Kisuane, in dessen Nähe sich sumpfige Niede-rungen befinden, zu suchen sein. Nach Mittheilungen, welchemir von Eingeborenen des Usambara-Gebirges gemacht wurden, zuurtheilen, scheinen sich überhaupt am Fusse dieses sowie des Pare-Gebirges nicht nur ein vereinzelter, sondern mehrere solcher Surra-herde zu befinden.
Ein zweiter Surrabefund, den ich in Kikogwe bei Pangani machte,betraf Vieh, welches vom Südufer des Viktoria-Sees durch die Massai-