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Reise-Berichte über Rinderpest, Bubonenpest in Indien und Afrika, Tsetse- oder Surrakrankheit, Texasfieber, tropische Malaria, Schwarzwasserfieber
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eine Chininvergiftung gehandelt hat. Allerdings liegen hier insofernganz aussergewöhnliche Verhältnisse vor, als die zur Anwendunggekommene Chinindosis sich innerhalb der gewöhnlichen Grenzenhielt. Wir müssen also annehmen, dass bei diesem Kranken ebensowie bei dem vorhergehenden eine besondere Empfindlichkeit gegenChinin, eine Art von Idionsynkrasie, vorhanden war.

Ausser diesen beiden von mir selbst beobachteten Fällen kannich noch viele andere anführen, in welchen mir von durchaus glaub-würdigen Personen mitgetheilt wurde, dass bei ihnen regelmässigauf Anwendung von Chinin ein Anfall von Schwarzwasserfieberfolgte, und dass sie sich deswegen scheuten, ferner Chinin zunehmen.

Von meinen übrigen 14 Schwarzwasseriieberfällen liegen diemeisten auch so, dass sie höchst wahrscheinlich als Chininvergiftungenaufgefasst werden müssen. So unmittelbar beweisend wie die obengeschilderten sind sie zwar nicht. Aber auch in diesen Fällen wurdeaus irgend einem Grunde Chinin genommen, worauf sich in kurzerZeit ein mehr oder weniger heftiger Anfall von Schwarzwasserfiebereinstellte.

Selbst in den wenigen dann noch übrig bleibenden Fällen warder Chiningebrauch nicht mit Sicherheit auszuschliessen. Man darfeben nicht vergessen, in welcher unverantwortlichen Weise in tro-pischen Malarialändern von den meisten Menschen mit dem Chininumgegangen wird. Bei irgend einem Unwohlsein, ob Fieber odernicht, wird sofort Chinin, und zwar manchmal in erheblichen Dosen,genommen. Trifft es sich, dass der Betreffende die oben erwähnteIndiosynkrasie gegen Chinin besitzt, dann kann er auf diese Weisezu einem Schwarzwasserfieber kommen, welches, wenn zufällig tro-pische Malaria der Grund für die Medikation war, gelegentlich auchmit Malaria kombinirt sein kann. Bei meinen Kranken wardies nicht der Fall. Die Gestalt der Fieberkurve, das Fehlen derMalaria-Parasiten, das Ausbleiben von Recidiven beweisen hin-reichend, dass tropische Malaria hier nicht im Spiele war. ZumUeberfluss will ich noch erwähnen, dass in den beiden obducirtenFällen auch das untrügliche Kennzeichen der Malaria, nämlich diePigmentanhäufungen in Milz und Leber, vollkommen fehlten.

Obwohl mir nun selbst kein Fall von Schwarzwasserfieber be-