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Reise-Berichte über Rinderpest, Bubonenpest in Indien und Afrika, Tsetse- oder Surrakrankheit, Texasfieber, tropische Malaria, Schwarzwasserfieber
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eine gewisse Zeit zu seiner Entwickelung braucht, eingetreten war.Sie können deswegen nicht als misslungene Schutzimpfungen be-zeichnet werden. Aber es bleiben dann immer noch ungefähr20 Fälle, welche trotz der Impfung der Pest zum Opfer gefallenwaren. Diesen zwanzig Opfern gegenüber stehen aber auf deranderen Seite der Nichtgeimpften mehr als tausend. Dass der Impf-schutz nur ein bedingter ist, war auch daraus zu erkennen, dassunter den Geimpften nicht wenige Pesterkrankungen (Zahlen Hessensich hierfür nicht beschaffen), aber mit auffallend mildem Verlaufvorgekommen waren. Die Bubonen gingen in solchen Fällen nichtin diffuse Infiltrationen über, sondern grenzten sich frühzeitig abund vereiterten unter schneller Abnahme aller bedrohlichen Er-scheinungen. Zwei solche Kranke, welche sich im Rekonvalescenz-stadium befanden, konnten wir selbst untersuchen. Da unter den Per-sonen, welche nach der Impfung leicht erkrankten oder gar gestorbenwaren, sich auch solche befanden, welche zweimal geimpft waren, soscheint die Wiederholung der Impfung ohne besonderen Nutzen zu sein.

Auch wenn das Haffkinesche Impf verfahren, welches den bereitsbekannten Methoden der Schutzimpfung gegen Cholera und Typhusnachgebildet ist, keiner weiteren Verbesserung zugänglich wäre, sowürde es sich schon in seiner jetzigen Gestalt mit Vortheil verwendenlassen zum Schutz von kleineren Bevölkerungsgruppen, ganz besondersaber zur Immunisirung von Aerzten, Krankenwärtern, Personen,welche mit der Peinigung und Desinfektion von Pesthäusern zuthun haben. Zur eigentlichen Bekämpfung der Pest in grösseremUmfange könnte es nur dann dienen, wenn es zwangsweise ausge^übt wird. Denn im Anfänge einer Epidemie finden sich nur ver-liältnissmässig Wenige, welche sich freiwillig impfen lassen, und wennman warten muss, bis die Epidemie grössere Dimensionen erreichtund die Furcht die Massen der Bevölkerung der Impfung geneigtmacht, dann ist es zu spät. Soweit sich die Verhältnisse der jetzigenPestepidemie übersehen lassen, wird es aber auch nicht nothwendigsein, zu einer Zwangsimpfung die Zuflucht zu nehmen. Es werdendieselben Maassregeln, welche sich in der Bekämpfung der Choleraso bewährt haben, nämlich die richtige Diagnose der ersten Fälle,schleunige Isolirung der Erkrankten und fortlaufende Beobachtungder Verdächtigen, verbunden mit rationellen Desinfektionsmaass-