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lebt die ärmste, schmutzigste und am dichtesten zusammengedrängteBevölkerung des Ortes in niedrigen Häusern, welche nur wenigedunkle, mit schmutzigem Hausrath, Lumpen, Abfall aller Art ge-füllte Wohnräume umfassen. Kaum hatten die Einwohner desViertels gemerkt, dass die Pest unter ihnen ausgebrochen war, alssie in Angst und Schrecken zum grossen Theil ihre Häuser verliessenund sich am Seestrande in Hütten und Zelten, die in aller Eile ausKudern, Bootsstangen und Bastmatten aufgerichtet wurden, ansiedel-ten. Hier zeigte sich nun ein anderer für die Pest charakteristischerZug, auf den in früheren Berichten der Kommission bereits aufmerk-sam gemacht ist. Unter den aus ihren Häusern geflohenen Menschentraten nur noch vereinzelte Pestfälle auf, aber in den inticirtenHäusern des nur zum Theil entvölkerten Stadtviertels hauste diePest in ungeschwächter Weise weiter; sie kroch von einem Hausezum andern und von einer Strasse zur folgenden, erreichte das be-nachbarte Quartier der Muhamedaner, wo sie schreckliche Ver-wüstungen anrichtete, gelangte auf der anderen Seite fortschreitendin eine von Schneidern bewohnte Strasse, die sie ihrer ganzen Längenach durchzog; dann ergriff sie die sich daran anschliessende Strasseder Kaufleute und breitete sich so langsam über den ganzen Ortaus. Nur in einem Falle hatte sie gewissermassen einen Sprungüber mehrere Strassen hinweg nach einem anderen, an der entgegen-gesetzten Seite des Ortes gelegenen Viertel gemacht, das ebenfalls,wie das erstergriffene, von Fischern bewohnt war und dieselben fürdas Einnisten der Pest günstigen Verhältnisse bot wie jenes. Hierwiederholte sich gewissermaassen derselbe Vorgang, wie im Beginnder Epidemie nur mit dem Unterschiede, dass dort die Seuche vonKarrachee hereingeschleppt, hier dagegen aus geringer Entfernungdurch Fischerfamilien, welche von dem einem Viertel des Ortes inein anderes flohen, übertragen wurde. Vielfach waren Flüchtlingeaus der Stadt in die benachbarten Dörfer gegangen, ohne dasssie, wenigstens bis jetzt, Veranlassung zu Pestausbrüchen in den-selben gegeben hätten. Warum die Pest sich so hartnäckig an diemenschlichen Wohnungen heftet, warum sie nicht sich sofort überweitere Tlieile einer Stadt ausbreitet, sondern hausweise weiter gehtund was die Ansteckung von einem Haus zum Nachbarhaus vermit-telt, das lässt sich nur vermuthungsweise sagen. Physikalische Vor-