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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
342
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unehelichen Kinder zeigen, die man auf der Arvebrücke aussetzte; dieTestamente, in welchen die ersterbende Stimme eines Vaters seine Kin-der abscheulicher Verbrechen beschuldigt; Notariatsacten, in welchen eineMutter den Bastarden ihrer Tochter ein Vermächtnis; aussetzt; Helrathen,bei welchen der Bräutigam vom Altäre ins Gefängnis; geht; Frauenjedes Standes, die ihre neugeborenen Kinder in's Spital setzen, um miteinem zweiten Manne in Saus und Braus leben zu können. ')

Nur Geduld: der reformirte Puritaner, der sein ganzes Leben imStaube der Archive zubrachte, wird die Hand bald offnen, er versprichtes wenigstens; dann werden ihr Blätter entfallen, die in einer todtenSprache geschrieben sind, weil er fürchtet, er könnte Schamröthe er-wecken; er wird in der Sprache des Petronius die kleinen Gelage derGenfer Prediger schildern. Baudouin erzählte uns schon von einemdieser nächtlichen Gelage, bei denen Beza Anordner war; aber manwollte dieser Erzählung nicht glauben. Herrn Galiffe, welcher im Pro-testantismus sterben will, wird man wenigstens Glauben schenken!Sehet nur wie er mit aller Energie seiner Seele jede Gemeinschaftmit der schlechten, falschen, unerträglichen Reform zurückstvßt, welcheCalvin seinen Mitbürgern auferlegen wollte! Durch seine Forschungenist mancher Name eines Katholiken, wie unter andern Bolsec's, wiedermit Ehren genannt worden.

Der alte Kämpfer für historische Wahrheit, welcher das Lob LordBrougham's verdient hat, wird sich durch das Geschrei einiger Calvin-anbeter, welche uns heut zu Tage glauben machen wollten, der Refor-mator habe die Civilisation gefördert, nicht abschrecken lassen. ImNothfalle würde er die Schriften des Verfassers der Abhandlungüberdie Aergernisse" öffnen und ras Geständniß ablesen, welches dem MundeCalvin's entschlüpft ist:Es gibt noch eine erbärmlichere moralischeWunde: unsere Pastoren, welche die Christus geweihte Canzel besteigenund die Gemüther durch eine überschwängliche Reinheit guter Sittenerbauen sollten, ärgern die Kirche des Herrn durch ihre Ausschweifungen:elenoe Possenreißer, die sich verwundern, daß ihr Wort nicht mehrAnsehen gewinnnt, als eine öffentlich aufgeführte Fabel, und das; dasVolk mit Fingern auf sie zeigt und sie auszischt. Was mich wundert,das ist, daß Frauen und Kinder sie nicht mit Koth und Unrathbewerfen."

1) Oslille. diotices, 1 . III., p. 1. 15 16.

2) Inder cke Sesnckickis.