I. Kapitel.
Genf vor -er Reformation.
Sitten der Bürger Genfs zur Zeit der Reformation. — Charakter des Kauf-manns. — Der Handel, die Quelle des Reichthums und des Adels. —Das Volk. -— Die Adelichc». — Die Juristen. — Die Aerzte. — Calvinist mit den Einrichtungen und dem Leben der Stadt unbekannt. — Die Liber-tiner. — Calvin und die Verpesteten. —
Wenn man die Einwirkung Calvins auf die religiöse oder politi-sche Verwaltung Genfs würdigen will, muß man die Sitten der Bür-ger dieser Stadt zur Zeit der Reformation genau kennen lernen.
Genf im sechszehnten Jahrhunderte ist eine vom Handel be-wegte Stadt, sie gleicht durch den Lärm, der in ihren Mauern ertönt,vollkommen allen andern Handelsstädten; unterscheidet sich aber durchdie Eigenthümlichkeit der Betriebsamkeit. Durch ihre Lage am Fußeder Alpen empfängt sie von Italien Seide, Gewürze, Seife, Früchte,Räucherwaaren; von Frankreich Tücher, Gewebe, Leinwand, Bücher;von Savoyen Honig, Getreide, Früchte; von Deutschland Eisen,Kupfer, Holz und Bildwerke: Maaren, welche man eintauschte oderkaufte, um sie wieder zu verkaufen oder auszuführen. Der GenferGeschäftsmann ist der Typus eines Kaufmanns: ihr werdet keinen thä-tigern, redlichem, gewissenhaftem, und auch selten einen reichern
1) Mtiees zenesIoZigues sur les ismilles zenevoises, äepuis los Pre-miers temps jusqu' ü nos jours; psr I. Lslille, in 8°, I- I.Introcl.
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