XIll Kapitel.
Die Reformation und das Mut des Servetus.
Schreiben Calvin's an Farell 1546. — Geschichte dieser Dccumcnte. — GeorgDavid schrieb aus Holland an seine Brüder zu Gunsten des Spaniers. —Zuratheziehung der schweizerischen Kirchen. — Gutachten von Bern. Schaff-Hausen, Basel, Zürch. — Mclanchthon und Bucer wünschen Calvin Glück. —Castalion greift die Schmähschrift des Reformators an: Osksereticis puirisnckis.
Im Jahre 1546, lange vor der Hinrichtung Servet's, schrieb Calvinan Farell: „Servet hat mir neulich geschrieben, und seinem Briefe eingroßes Buch beigelegt, das voll ist von seinen Träumereien und anmaffen-den Pralereien, wie ich sie bisher nie gehört habe. Er will hieher kommen,
wenn ich es genehmige, aber ich will mein Wort nicht verpfänden;denn wenn er kommt, und meine Autorität ist noch geachtet, so kann ichversichern, daß er nicht mehr fort geht, ohne daß er sein Leben verliert."
Wir führen die Uebersctzung des Verillas an.
Im Jahre 1687, schrieb dieser Geschichtschreiber (k6voIution8grriveos llar>8 I'Luropv en mntiero sto reliHon, T. VIII. in 12.):„Der Druck der Briefe und Werke Calvin's, in welchen er mitbestimmten Ausdrücken erklärt, daß der Prozeß des Servetus auf seinenRath geführt worden sei, hat Herrn Drclincourt und mehrere andere Pre-diger nicht gehindert, seine Rechtfertigung zu versuchen. Damit aberihre Verbrüderten sich nicht mehr mit einer so verzwciflungsvollen Sachebelästigen, sagt man ihnen hiemit, daß alle Briese Calvin's, welche den be-sagten Gegenstand betreffen, nicht gedruckt worden seien, und daß einervorhanden sei, der im Original sich in guten Händen befindet. Er istvom Jahre 1546 an Farell adressirt, also sieben Jahre vor dem Prozessegegen Servet. Es scheint, man habe sich entschlossen, denselben langen Fin-gern zu überlassen, und man wartete deßhalb nur auf eine Gelegenheit."