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Diejenigen, welche dieses Dogma zu läugnen wagten, nannte er In-fame. Johann Weber fürchtete die Bannstrahlen von Calvin's Schü-ler nicht. Er griff die Vorausbestimmungslehre des Reformators inAusdrücken voller Erbitterung an, wobei er sich vielleicht als schlechtenChristen; aber gewiß als vortrefflichen Logiker erwies.
Selbst noch bei Calvin's Lebzeiten verboten die Berner, bei stren-ger Strafe, seine Lehren von der Gnade*), und der „Universalismus"Bullingers untergrub den Grund des „Particularismus" des Refor-mators. 2)
Der Stein hat also zum Drittenmale gelogen! Nun zeige manuns das Licht, welches Calvin nach Genf brachte?
Leuchtet es in der Rechtfertigung ohne das Werk, welche Me-lanchthon anfänglich vertheivigt hatte, und dann wieder aufgab, zumAergernisse der ganzen reformirten Schule? Oder in dem Glaubens-bekenntnisse, welches Calvin den Genfern auflegte, und in welchem dieKalvinisten die Dogmatik finden wollen, die in dem Augsburger Be-kenntnisse vollständig eingeschlossen sein soll? Es ist dieß eine Lüge,welche der Pseudonyme Andreas Anti-Krell gänzlich enthüllt hat in sei-ner gelehrten Dissertation, welche die protestantische Welt des sechzehn-ten Jahrhunderts aufregte. ^)
Wenn nun die quaternäre Dreieinigkeit, wenn die bildliche Eucha-ristie und der heidnische Fatalismus Calvin's, von denen der Stein desStadthauses spricht, keine Wahrheiten sind; wo sollen sie in dem Gen-fer Bekenntnisse zu finden sein? Dieß sind die großen Neuerungen,
1) „In dem Canton Bern entstanden über Calvin's Lehre von der Prädestinationsolche Unruhen, daß die LandcSobrigkeit gebot, Niemand solle von den uner-forschlichen Geheimnissen und Gerichten Gottes weiter reden." — Schröckh.
2) A. a. O.
3) Virxtieiue Oissertstionis äe Nomento äiserepuntiso iriter I^utlrerulwset Lulvinisnog et csluinniis et csvillstioiiibus cllrist. Lrellii.
Zn unsern Tagen versuchte man in verschiedenen Werken die Uebereinstim-mung der lucherischen und calvinischen Lehre nachzuweisen. Es wird nicht un-passend sein, wenn wir hier, wie bei andern Gelegenheiten, die Titel einigerWerke anführen, in welchen diese Uebereinstimmnng beider Bekenntnisse qünrlichwiderrufen wird:
Xliti-llulvinisti s^IIogchmi. koslocle 1625, 8.
Der gründliche AnkicalvinismuS von G. Nigrinus von Batiemburq. Frank-furt 1595.
Mehr als einmal boten die Calvinisten den Lutheranern in irenischen,versöhnenden und syn cretistischen Abhandlungen (Xieole, krejuzes,cksp XII.), den Frieden an; aber die Lutheraner weigerten sich beständig, eineVeriöhnung einzugehen.