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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
339
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So hat also der Stein gelogen! Calvin hat in Betreff derLehre von der Dreieinigkeit Genf die Wahrheit nicht gebracht.

Wir kennen seine eucharistische Mythe, in welcher der Katholicismusweder einen Leib, noch eine Seele, weder eine Form, noch eine Realitätfinden konnte: Sie ist seine Verherrlichung in der Genfer Kirche. Erhat mit unabänderlicher Verstockung diesen Triumph verfolgt. DieLutheraner haben sein System vom Abenvmahl noch schlimmer behan-delt als die Katholiken. Der Protestant, welcher dasselbe am lebhaf-testen angegriffen, war kein gewöhnlicher Mensch; ein Humanist, wel-cher mit zwanzig Jahren auf demselben Lehrstuhle zu Wittemberg las,welchen Melanchthon mit so großem Glanze eingenommen hatte; mit vier-undzwanzig Jahren war er Vorstand des Collegiums zu Eisleben, inLuther'S Geburtsort; mit dreißig Jahren Generaldekan von Mansfeld;mit fünfunddreißig Jahren Professor der Theologie zu Jena: Grawer,welcher sich an die Metonymie Calvin's machte, wie Martinus an dieCölnermönche, und sie unter dem Beifall seiner Religionsgenossen zuBoden schlug. Der Dominicaner von Leipzig sprach nie so unehr-erbietig von Hutten, als Grawer von Calvin. Sollte man glauben,daß er einer seiner Schriften den wahrhaft unübersetzbaren Titel gab:^bsurcka absurckorum, gbsurctissiniL Lalvinistica absurcks??) dasPamphlet fand große Anerkennung.

Der Stein hat also gelogen! Grawer sagt uns, die MetonymieCalvin's sei eine Abgeschmacktheit. Die Katholiken waren viel höflicher.

In den Augen des Reformators war das System von der Vor-herbestimmung eine himmlische Offenbarung. Wer in Genf den bar-barischen Gott nicht anerkennen will, der nach Belieben seine Ge-schöpfe zum Bösen wie zum Guten bestimmt und nöthigt, begeht einVerbrechen, welches mit der Verbannung, bisweilen sogar mit demTode bestraft wird. Weil Bolsec über dieses heidnische Fatum gelachthatte, wurde er aus der Schweiz vertrieben; weil Gentilis zu sagenwagte:dieser Gott ist nicht der Gott des Evangeliums," hatte ergerade noch Zeit, zu fliehen, aus Furcht, er könnte in die Hände desHenkers fallen. Beza hat manches Blatt geschrieben, um zu behaup-ten, die calvinische Vorausbestimmung sei ein Dogma, an welchesman glauben müsse, wenn man nicht auf ewig verdammt werden wolle!

1) Solicku el. inviets ckekensio urguinentorum quibus (^Ivinistgrum me-

tonxiois gusm verdis Lkrisli in saers coena stligunt tnnclitus ckesl-rnitur.

I.eiprig, in 4.

2) ^ens.