begangen werden, und entschuldigen euch gerne, wenn ihr den Zügelnicht so straff gehalten habt, als es zu wünschen gewesen wäre; es gibtaber unerträgliche Dinge, über die wir euch strenger schreiben müssen,als uns lieb ist. Wir wären Berräther an Gott, an euch undder ganzen Christenheit, wenn wir verbergen wollten, was ihr zu un-serm großen Leidwesen begangen habt. Es ist nicht schicklich, daß sichein Prediger zum Kriegsmanne oder Capitän mache; aber das ist nochViel ärger, wenn man die Kanzel verläßt, um die Waffen zu ergrei-fen: das Aergste ist, wenn man zum Vorsteher der Stadt geht,ihm mit der Pistole in der Hand droht, und sich der Macht und Ge-walt rühmt; denn sehet, die Worte sind uns von euch hinterbracht worden,wir haben sie von glaubwürdigen Zeugen vernommen: „Ihr müßt esthun, Herr; denn wir haben die Gewalt in unfern Händen." Wirsagen euch geradezu, daß diese Rede uns schrecklich ist, wie ein Un-geheuer. Wir haben eben so sehr den Ausruf verabscheut, welcher aufBefehl des Vorstehers und der Prediger ergangen ist. In dieselbeReihe setzen wir die Spässe und ähnliche Dinge, deren AbscheulichkeitWiderwillen verursacht hat, da man sieht, wie viele Leute man vom Evan-gelium abgezogen, und Alle, welche einige Frömmigkeit unv Bescheiden-heit haben, in Unruhe versetzt und beleidigt hat. Ja, als wenn dießAlles noch nicht genug wäre, lief man durch die Felder, um Beute zumachen und die Kühe und anderes Vieh zu rauben, bis der HerrBaron des Adresses einschritt, der die Rohheiten nicht billigte, anwelchen Diejenigen, die sich als Prediger des Wortes Gottes rühmen,Theil zu nehmen sich nicht schämten. Nun sind die alten Wundenin uns wieder erfrischt worden, als wir hörten, daß der Raub, denman aus der Kirche des hl. Johannes gezogen hat, zum Kaufe aus-gestellt, dem Meistbietenden überlassen und für hundert zwölf Thalerhingegeben wurde. Den Soldaten hat man sogar versprochen, daßman Jedem seinen Antheil überlassen wolle."
„Es ist gewiß, daß sich namentlich Herr Rufi alle diese Dinge zuSchulden kommen ließ; es scheint mir aber auch, daß ihr Theilnehmer an derSchuld seid, weil ihr das Unrecht nicht verhütet habt, da euch dochFreiheit und Macht zu Gebot stand, dieses zu thun. Wenn er sichnämlich keiner Zurechtweisung unterzieht, soll er suchen, wo er sich eineeigene Kirche bauen kann. Wir können euch diese Dinge nicht aufeine milde Weise zu Gemüth führen, da wir sie auch nicht ohne großeScham und Bitterkeit des Herzens anhören konnten. Obwohl es nunspät ist, hier abzuhelsen; so können wir doch nicht umhin, euch imNamen Gottes zu bitten, und euch nach all unfern Kräften zu ermah-