Und Gott segnete die Frömmigkeit seines Dieners. Die SchriftSaconay's verbreitete sich unter dem Volke, bei dem sie den Zorn gegeneine Irrlehre unterhielt, welche die Einheit unseres Volkes untergrabenwollte. Denkt euch auf einen Augenblick an die Stelle des LyonerClerus, der sich verzehrt im Eifer für das Haus des Herrn und dieInteressen der Stadt; eine Priesterschaft wie jene ist, die das ehema-lige Genf hatte: und die Bevölkerung würde sich vielleicht von den Schmei-cheleien der Reformation haben einnehmen lassen. Der Jrrthum würdenach Lyon gekommen sein wie nach Bern: in den Mantel der erstenChristenheit gehüllt, mit dem Pilgerstabe in der Hand, und dem Evan-gelium unter dem Arme, nur um einen kleinen Platz in der Sonne bit-tend, um Gott im Geiste und in der Wahrheit anzubeten; und wenndie Reformation dann einmal ihre Füße auf den Boden gesetzt hätte,der von dem Blute unserer Märtyrer geröthet ist, würde sie gepredigt,das Volk zum Aufruhr bewegt, die Familien aufgewiegelt, unsere Kreuzezerbrochen, unsere Tempel zerstört, unsere Bilder zertrümmert, unsereKirchen beraubt, unsere Priester ausgezogen, unsere Bischöfe verjagt,und Alles was sie an Freiheiten und Rechten vorgefunden hätte, einge-zogen haben. Dann würde sie noch einen Meißel genommen, und auf einehohe Mauer gegraben haben, was sie in Genf im Jahre 1535 an-schricb: Im Jahre des Herrn... wurde Lyon von den Ketten desAntichrist befreit.
Tragen nicht heute noch die Straßen, Plätze und Gebäude dieserStadt die Spuren des schrecklichen Weges, welchen die Reformationging? Eines Tages, es war im Jahre 1562, bemächtigte sich die-selbe Lyons durch einen Ueberfall, und wir entnehmen einem Briefe,welchen Calvin an seine Brüder schrieb, die Erzählung dieses Vorfalls:
„Geliebteste Brüder, es ist schon lange, daß wir auf Briefe voneuch warten, um Gelegenheit zu haben, euch wieder zu antworten, unduns von dem zu befreien, was uns schwer aus dem Herzen liegt.Seitdem aber die Aenderung in Lyon vorgegangen ist, haben wir keineinziges Wort mehr erhalten, auch nicht von der Gesellschaft der Alten,was uns denken läßt, daß eine große Unordnung besteht, da wir dochvon Einigen angehalten worden sind, der Kirche beizuspringen, obwohl ihruns nicht einmal darum angegangen seid, als der Herr Hieronymus desGouttes neulich hier durchreiste; denn als er verlangte, daß man euchPrediger zur Aushilfe sende, erklärte er, daß man ihm keine Briefemitgegeben habe. Indessen vernahmen wir Neuigkeiten, die uns großeAngst verursachen. Wir wissen zwar, daß es bei solchen Bewegungensehr schwer ist, sich so zu mäßigen, daß keine Ausschweifungen