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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
291
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schen um die Wunder der Keuschheit, und ich weiß nicht um was sonstnoch Alleszu befragen. Er hatte an den Reformator die Frage gestellt, welche Lutheran Thomas Münzer stellte: Wo sind die göttlichen Zeichen deinerSendung? Calvin macht es dieszmal nicht wie der Wiedertäufer: errühmt sich selbst als ein Wunder der Tugendhaftigkeit.

Was den Umstand betrifft, daß Herr Gabriel scherzhaft sein will,indem er fragt, wo ist die Heiligkeit, die Keuschheit, das Fasten undNachtwachen Calvin's: so zeigt er, daß er nicht weiß, was der Scherzist, da er auf eine so ganz dumme Weise sticheln will. Es wäre zuwünschen, daß die Feinde des Evangeliums, ich meine nicht solcheSchweine wie Saconay, sondern ehrbare Leute, Calvin in seinen Tugen-den nachkämen, welche selbst die wüthendsten Angeber des Papstthumsbis zum Zerbersten ärgern!"

Dann fährt er fort:

Wird dieser Hund es noch wagen, darüber zu brummen, daßCalvin ohne Schrift redet? Dieser bat mehr Scham, wenn er in dieSonne sieht, als jener, wenn er sich im Schooße einer H... ver-birgt. Wir wollen dennoch diesem Schwäher zusetzcn, um seine An-maßung voll zu stopfen, die er zu erkennen gab, als er sich andem Angesichte Gottes vergriff. Weil dieser Pavian unter der Rutheseiner Lehrer als Kind so wenig gelernt hat, wird Jedermann zuge-stehen, daß er mit Peitschen belehrt, oder eingespannt werden muß,um eine Mühle zu drehen."

Und Calvin beendigte, ganz erfüllt vom Geiste Gottes, wie ersagte, seine Schmähschrift, in welcher Saconay alle Gestalten der anti-ken Mythologie bekleidet: wie ein Hund bellt, wie ein Wolf heult, wieein Ochs mit den Hörnern sticht, wie eine Furie geifert, wie ein Eselschreit. Darauf ruft dann der Reformator zu Gott:Gepriesen seider Herr."

Im kühlen Schatten der einsamenWohnung setzte Gabriel sein apostolischesWerk fort, unbekümmert um all diesen Taumel der Reden, die in Weinund Schmutz getaucht waren. Er tröstete sich über die Beleidigungen desReformators in Mitte des Gastmahles der Väter und Lehrer, jenerheiligen Gemeinschaft, die seine Lust und Freude war. Im Chore dieserevangelischen Arbeiter vollendete er seine AbhandlungVom Blute desLeibes Jesu Christi," die herrliche Controvcrsschrist, von der man glauben könnte, sie wäre mit der Feder des geliebtestcn Jüngers des Herrngeschrieben, so voll bewunderungswürdiger Salbung, Glauben, Liebe,ascetischer Wissenschaft, trefflicher Reden und lieblicher, himmlischer Düfteund Abspiegelungen des göttlichen Wortes ist sie.

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