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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
290
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Sprache zur Schau stellte, und Calvin's Freunde, Bucer, Bullingerund Beza dieselbe in ihrer Bibliotheke hatten.

Gabriel de Saconay war nicht damit zufrieden, blos der Erklärerdes Buches zu sein; es war in ihm zu viel Gelehrsamkeit, als daß ersich selbst von einer königlichen Hand hätte zurückhalten lassen. Erhatte zeigen wollen, daß er auch in Ermanglung des Königs eine Federhatte, deren er sich zu bedienen wußte. Ich habe von der Vorredegesprochen, in welcher der Verfasser sich eifrig bemüht, die herrlichenMerkmale der Einheit, welche in dem Katholicismus glänzen, zu zei-gen. Indem er das Andenken der Verstorbenen, und insbesondereeines Potinus und Polpkarpus, welche den Sitz der Kirche von Lyoneinnahmen, erneuert, zeigt er, daß unser fränkischer Glaube bis indie Wiege des Christenthums zurückreicht.

Man muß sehen, wie Calvin bei dem Namen Jrenäus aufspringt!Man sollte glauben, der heilige Bischof sei aus seinem Grabe aufer-standen. Der Reformator geräth in Verwirrung, nimmt sich wiederzusammen, und wirft dann, nach einem Augenblicke des Schweigens,dem Gabriel Alles vor, was ihm auf die Zunge kömmt: zwei oderdrei schlechte Beweisgründe, die er aus derUnterweisung" gezogenhat, und ganze Fluthen von Schimpfreden, die er, ich weiß nicht woher nahm.

Wenn dieser Schloßhund nur einige Blätter aus den Schriftender Lehrer gekannt hätte, die er anführt, so würde ihm der Ausspruchdes Jrenäus vor Augen getreten sein, nach welchem im Abendmahlezwei Dinge zu unterscheiden sind: Das Irdische, nämlich das Brod,und das Himmlische, Jesus Christus. Untersteht sich der gemeineMensch noch, unserer Lehre das Blut der Märtyrer entgegen zu stel-len, welches er hier wie ein Wüthender mit Füßen tritt? Das Blutdes Jrenäus füllt ihm nicht nur den Wanst, sondern es versieht ihnauch mit Geld, womit er in seiner Unzucht schwelgerische Gastmahleund andere Ausschweifungen bestreitet." 2)

Saconay, welcher den Calvin eben so gut kannte wie Herr Galiffe,gerieth auf den Einfall, den Theokraten, der vom Blute des Servetusund Gruet's ganz bedeckt war, um die Wunder der Duldsamkeit, denFreund Beza um die zweideutigen Liebeleien, um die Wunder der evan-gelischen Reinheit, die Amtsgenossen im Dienste der sittenverdorbenen Men-

1) Im Jahre 1522 erschien die J^ertio zn Antwerpen in zweierlei Format:in neckitnis Llielmelm Hillenii.

2) Opuscnles, zn 1833.