umkehrt, sind sie nicht beide wahr; denn wenn ihr saget, der GottIsraels ist der Vater des Wortes, so ist dich falsch, weil das Wortdie Beschaffenheit des Sohnes und die Wesenheit bezeichnet, das WortGott aber, wie das Wort Vater, nur die Wesenheit."
Calvin antwortet:
„Aus deinem letzten Schreiben haben wir deinen verdorbenen Geisterkannt, dass du voll bist von unerträglichem Stolz und giftigem Wesen,daß du von einem Geiste der Bosheit angesteckt und ein verstockter KetzerList... Schreie du so laut du willst, daß du Christus als wahren Gottanerkennest; wenn sein Vater allein der alleinige Gott und der GottIsraels ist, so wirfst du den Sohn offenbar von der Stufe herab, auf dendu seinen Vater setzest Ln Rücksicht auf ihn."
Da wurde Gentilis von dem Schatten des Servetus geweckt. Erzitterte und verlangte sein Wort zurückzunehmen. Er schrieb daher vonseinem Gefängnisse aus ein Bekenntnis;, in welchem er Alles widerrief,was er über dieDreieinigkeit veröffentlicht hatte, und die Frömmigkeit, Wissen-schaft und Erleuchtung Calvin's rühmte. Der Reformator behandelteihn darauf mit Milde: die Richter verkündeten ein „Urtheil der Barm-herzigkeit," wie die reformirten Geschichtschreiber sich ausdrückten. Eslautete wie folgt:
„Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes."
„Obwohl die Bosheit und Schlechtigkeit, die du dir zu Schuldenkommen ließest, verdienen würde, daß du von den Menschen als einverführerischer Ketzer und Schismatiker ausgestoßen würdest; so verdam-men wir dich, Valentin Gentilis, in Ansehung deiner Reue, doch nurdazu, daß du bis auf's Hemd ausgezogen, mit einem angezündctenStrohwisch in der Hand vor uns niederknicest, uns und die Gerechtig-keit um Verzeihung bittest, deine Schriften abschwöreft, und diese ausunfern Befehl mit deinen eigenen Händen in das Feuer werfest, das ange-zündet ist, um sie in Asche zu verwandeln, weil sie voll schädlicherLügen sind."
Am 5. September verließ Gentilis Genf, ohne eine einzige Klagegegen die Stadt zu äußern, die ihn so schmählich verjagte, ihn, „denwahren Jünger Christi." Kaum war er aus der Stadt hinausgegan-gen, als ihm das himmlische Licht, welches ihn überall begleitete, aufsNeue vor seine Augen trat. Es ist das Buch, welches er in seinen
1) Opusoules, p. 1942.