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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
277
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heilige Schrift zu lesen. Lälius Socin, Camill Renato, FranziscusNegri, Ochino, Alciati und Blandrata waren die Gründer dieserGesellschaft. Der Verein wurde der Obrigkeit angezeigt und die Mit-glieder beeilten sich, Italien zu verlassen und in einem fremden Landeein Asyl zu suchen. Sie nahmen das Buch des Lebens mit sich, inwelchem jeder von ihnen seine eigene Symbolik suchte und' auch fand:

Uio libör est in c;uo csuaoril sua llogmstu cfuiscfuo,

Invenit pariter clogmnts ^uiscfuo sus.

Gentilis kam nach Genf. Er hatte von den Wundern diesergastfreundlichen Stadt erzählen hören, in welcher der Gedanke sich involle Freiheit setzen, sich allen seinen Launen überlassen, alle möglicheTräume bilden und alle mögliche Lehren verkünden könnte, ohne daßer, wie in Italien, das Auge eines Inquisitors fürchten müßte.Gentilis war nun durch seine Betrachtungen der Bibel ein Gegner derDreieinigkeitslehre geworden.

Er sagte:Dreieinigkeit ist ein Wort, das ihr in der heiligenSchrift eben so wenig finden werbe:, als die ganz menschlichen Aus-drücke Wesenheit und Hypostase. Es gibt nur einen Gott, den GottIsraels, der seine Gottheit in Christus seinen Sohn ausgegossen hat.Christus ist nur ein Bild: das Symbol der Herrlichkeit des Vaters;der heilige Geist ist die göttliche Macht in ihrer Thätigkeit."

Calvin betet eine Viereinigkeit, statt einer Dreieinigkeit an; denner lehrt, daß die abgetrennte Persönlichkeit immer die Gottheit bleibe,und daß jede Person wahrer Gott sei, woraus sich dann vier Gott-heiten ergeben."

ihre Ansichten unter dem Schutze mehrerer polnischen Großen, die sie verführthatten, ungehindert bekannten."

Diese neuen Arianer hatten in Polen Kirchen und Schulen, und ver-sammelten sich in Synoden, auf denen sie Beschliche gegen Diejenigen erließen,welche das Dogma von der Dreieinigkeit behaupteten."

Lalius Socin verließ die Schweitz, und flüchtete sich unter die neuenArianer. Er brachte ibnen Geschmack an den Wissenschaften, die Grundsätzeder Kritik, des Studiums der Sprachen und die Kunsi der Unterredung. Erschrieb gegen Calvin, verfaßte Auslegungen drr heiligen Schrift und lehrte denGegnern der Dreieinigkeit die Stellen, welche die Neformirlen ihnen entgegensetzten, um sie zur Anerkennung der Dreieinigkeit und der Gottheit Jesu Christizu nöthigen, in einem bildlichen, oder allegorischen sinne auslegcn. Er wurderem neuen Arianismus ohne Zweifel noch größere Dienste geleistet haben;aber er starb in Zürch am 16. März 1562, und hintcrließ seine Habe undseine Schriften seinem Neffen, Faustus Socin." Oictionsipe ckeskeresies, psr kluguet.

1) Calvin s Oeneve, psr ffesn Csberel, p- 262 235.