man uns nicht recht bald aus dieser Welt schaffe, soll man uns wenig-stens unter die Scythen und Indier verbannen. Auch lärmen sie überdie Faulheit ihrer protestantischen Fürsten, weil diese uns nicht mitihren Schwertern verderben."^)
Die Reformation hat oft den Dünger des Ennius aufgerührt;aber Luther fand bisweilen Perlen, Calvin nie. Auf der Kanzel ver-schwendete er an seine Zuhörer die Bezeichnungen Gassenkehricht, Hunde,H .... wirthe, H ... r.
All dieser Gassenstreit im Tempel, im Rathe und im Hause, entzündetenam Ende das Blut des Reformators, der dann nicht die geringsteWiderrede mehr ertragen konnte. Er war ein Despot, bei dem man,wenn man ihm nicht gehorsamte, in weit größere Gefahr kam, alsbei dem Könige von Frankreich selbst?)
Eines Tages läutete ein armer Mensch aus Lyon an der Thüredes Reformators: „Was wollt ihr?" war die Frage. — „Ist hier derBruder?" sprach der Fremde mit flehendem Tone. — „Der Bruder?"fragte der Diener: „mein Meister ist groß genug, daß ihr ihn schoneinen Herrn nennen dürft!" Der Flehende wurde abgcwiesen?)
Alles mußte sich unter seiner Ruthe beugen; beim geringsten Wortefiel er in Ohnmacht und bekam die Migraine^)
Dieser Krankheit war er schon seit seiner Kindheit unterworfen?)Er war oft genöthigt, das Bett mehrere Stunden lang zu hüten, umseine heftigen Kopfleiden zu lindern. Er klagt in seinen Briefen jedenAugenblick darüber; aber so heftig auch die Schmerzen waren, siekonnten doch seinen Muth nicht beugen.
„Gestern lag ich krank an meinem Kopfleiden im Bette," schrieber an Biret; „der Kampf war lang: drei Stunden währten die Qua-len. Ich stand aber auf, als Merlin kam, und besuchte den Abge-
1) ,^cln,on. ult. acl. Zst ostp., tit. 3-
2) Ooni^uo sic cloininatnr Conovso, nt onin otl'oneloro sit longo pe-rionlosins ^uain regoin Calliao in fl,sa rogia. — Contra Iil>olluinCalvin!.
3) Vcnit oniin in ojns aoclos e^niclan, paupor siin^Icx lioino c^ui i^uao-sivit an traten esset stvini. Cni roszionsuin: ,,(^ui<l traten? 8atisinsgnns vst nt a to cloininns aji^ollotnr!" — Contra Iik>vIIuinCalvin,.
4) 8i Hnis in enin lilisrius locntns ost, solokat caeloro statin, inrnorlruin suuin cjnoin Iivinicraniain a^iellant. — Contra liboll.Calvin!, 172.
5) Ausser seiner natürlichen Anlage zum Zorne, niackitcn ihn der außerordentlichlebhafte Geist, manigfache Unbedachtsamkeit, die Menge und unendliche Vcr-schicdenartigkeit der Geschäfte für die Kirche Gottes, und am Ende seines Le-bens die großen und anhaltenden Krankheiten grämlich und wunderlich. Lera.