Findet ihr nun, daß Baudouin sehr unrecht that, wenn er vonCalvin's Anmaßung sprach, und von ihm sagte, „lies nur?" indem erfolgende Zeilen gegen Westphal ansührte.
„Wenn Westphal dieser letzten Ermahnung, die ich an ihn richte,nicht gehorchen will, habe ich die Ansicht von ihm, welche man nachdem Befehle des heiligen Paulus vor Ketzern haben soll. Auch dieAndern, welche meine Lehre censirt haben: wie die Sachsen, Magde-burger, Bremer rc., sind so tief im Jrrthume verstrickt, daß ihre älte-sten Theologen nicht mehr wissen, als man den kleinen Kindern ausdem Katechismus lehrt. Sie wissen nicht, was das Abendmahl ist,oder was es bezwecke: es sind anmaßende Leute, die keinen Tropfenehrbarer Scham haben, nichts als Sophisterei Vorbringen und mit denHyperbeln ihres Luther um sich werfen; die auf nichts Anderes sinnen,als wie sie das Volk beschreien und der Welt gefallen wollen, sichaber dabei gar nicht um das Gericht Gottes und seiner Engel kümmern.Es sind ungestüme, wüthende, leichtfertige, wankelmüthige, blinde, be-trunkene Leute, die mit groben Lügen umgehen, voll hündischer Unver-schämtheit und teuflischen Stolzes. Anmaßung ist bei ihnen, woFrömmigkeit sein sollte. Sie sind grausame, aller Menschlichkeit beraubte,ganz verstockte Leute. Schwindler, Cyclopen, stolze Ungeheuer, Un-sinnige, wilde Bestien, verrückte, hochfahrende, verhärtete Wesen. Siehalten uns nicht für würdig, daß uns die Erde trage, und sagen, wenn
Vernon ihn freundlich bat, die Wahrheit zu erforschen, so geschah dieß nur,weil er nicht glauben konnte, daß das allgemeine Gerede wahr sei, oder daßla Vau die Verfasser eines so abscheulichen Buches gekannt habe, die er ohneWeiters verabscheute. Wiewohl dieß ohne unser Wissen geschah, fand er dochGelegenheit, uns der Anstiftung anzuklagen. Ihr könnt aus seinem Briefeersehen, welche Leetionen er in dieser neuen Schule genommen hat, um mich
und unsere ganze Kirche zu beschimpfen. Er sagt, es müße mir hier alle
Welt den Pantoffel küssen. Ich glaube ihr habt Zeugnisse genug von demAufwande, den ich führe, und wie ich mich darum bemühe, daß man mir denHof mache. Ich bin überzeugt, wenn er meine Stelle einnehmen könnte,würde er wohl andere Trotzgesichter machen. Weil er schon so aufgeblasen ist,da er Nichts ist, müßte er wohl ganz zervlatzen, wenn er eine Stufe höherzu stehen käme. Er zeigt aber, was er für eine giftige Bestie ist, da es ihm
wehe thut, zu sehen, wie hier Alles in gutem Einklang steht. Deshalb sagt
er, man küsse mir den Pantoffel, weil man sich nicht gegen mich und die Lehre,die ich verkünde auflehnt, um Gott in meiner Person zu ärgern und ihngleichsam mit Füßen zu treten. Diejenigen, welche so große Feinde des Frie-dens und der Eintracht sind, zeigen wohl, daß sie vom Geiste des Teufelsgetrieben sind. Er wirst mir vor, daß ich meinen Schriften eine Autoritätverschaffe; so daß sich Niemand erkühne und es wage, Uebles von ihnen zureden. Darauf antworte ich, es sei wenigstens gut, daß die Herren, denenGott das Schwert und die Gewalt gegeben hat, nicht zugeben, daß man inihrer Stadt gegen den Glauben lästere, in dem sie unterrichtet sind. Es istaber gut, daß die Hunde, welche uns so sehr anbellen, uns nicht beißenkönnen," —