sandten von Bern; dann kam das Leiden wieder heftiger; es hindertemich aber nicht, die Kanzel zu besteigen/")
Die Migraine verband sich mit einem Katarrhe und die schönenFrühlingstage konnten sie nicht vertreiben. Er kämpfte mit einer er-staunlichen Charakterstärke, und setzte dabei seine Arbeiten immer fort.Als im Jahre 1559 Genf von dem Hause Savoyen bedroht war,hatte die Hand Gottes den Reformator getroffen, der sich gegen dasNebel stemmte; er stand auf und wollte mit den übrigen Predigern anden Befestigungen arbeiten. Das Nebel wurde am Ende heftiger, undbeugte ihn nieder: das Gehirn war aber gelähmt, obwohl das Augesich noch bewegte.
Die häuslichen Kümmernisse verbitterten seinen Charakter; konntenaber seine Seele nicht erschüttern. Man griff die Sitten seiner Frauan. Da wies Calvin in einem Schreiben an seinen Freund Farell dielügenhaften Reden, die ein Prediger von Jdeletten ausgesprochen hatte,energisch zurück. Er vergast, daß er die Sittlichkeit all Derjenigenverleumdet hatte, deren Lehren er bekämpfte, unter andern eines Prie-sters in Lyon, Gabriel's de Saconay. Die Ausschweifungen seinesBruders Anton, dessen ärgerliches Leben ganz Genf bekannt war,suchte er nicht zu bedecken?)
Unter all diesen Gefährdungen des Herzens, diesen Leiden desKörpers, bei diesem innerlichen Kummer, diesem Verlassensein von allerWelt: hielt sich Calvin fest an die Bibel und suchte in diesem geoffen-barten Buche Worte des Trostes gegen die verschiedenen Nebel derNatur; aber durch einen bewunderungswürdigen Schluß entzog ihmdas Wort, das ihm so mächtige Hilfe bot, dieselbe wieder, wie wirbald sehen werden.
1 ) Nui. 1548 .
2) „Die Familie Anton Caloin's, des gelicbtcsten Bruders des Reformators, gabdas Beispiel eines vollkommenen Zerwürfnisses nnd großer Ausschweifungen."Galiffe. HI. III.