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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
262
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zurufen:du magst hassen oder lieben, so geschieht es aus keinem an-dern Beweggründe, als aus unausstehlicher Selbstsucht, welche alle Die-jenigen peinigte, die dich kannten." Luther, den er anfänglich als einenEngel ansah, verwandelte sich in seinen Augen bald in ein abscheulichesWeib, das besser thäte, wenn es die Gabe, die es von Gott empfangenhat, dazu anwenden würde, die eigenen Fehler zu bessern, als seineschändliche Lästerungen von der wirklichen Gegenwart Christi im Abend-mahle auszusprechen. Durchgehet alle Biographien der Reformirten,und ihr werdet keinen bedeutenden Namen finden, den er nicht ange-griffen, gelästert und beschimpft hat. Er nennt Luther spottweise dendeutschen Perikles; dem Melanchthon wirft er Unbeständigkeit und Feig-heit vor; Osiander nennt er einen Zauberer, einen Verführer, ein wil-des Thier; Augiland den Prediger zu Montbeliard verschreit er alsstolz, streitsüchtig und hochfahrend; Capmulus, als einen Nichtswürdigen;Heshus als einen stinkigen Schwätzer; Stänker als einen Arianer;Memnon als einen argen Manicheer! Auch sagte man in Genf sprich-wörtlich:man wolle lieber mit Beza in der Hölle, als mit Calvin imHimmel seyn!"

Calvin musste hassen, wie unser Vincenz von Paul lieben. Wenner auf seinem Wege einer sanften Seele begegnet, gibt er keine Ruhe,bis sich der Hass ihrer bemächtigt. Vergebens beruft sie sich auf dasGesetz der Liebe, welches Christus den Menschen brachte; lieben ist einWort, das er nicht begreift. Er geht über das Christenthum in dieTiefe der Zeiten des alten Bundes zurück und schreibt:In Betreffdessen, was ich euch bemerkt habe, dass David uns mit seinem Beispieleim Hasse der Feinde Gottes vorangeht, erwiedert ihr, dass es uns injener Zeit, unter dem Gesetze der Strenge, erlaubt gewesen sei, dieFeinde zu hassen. Diese Auslegung könnte die Schrift umflossen,und desshalb ist sie zu fliehen wie eine tödtliche Pest. .... Umallen Einreden zu begegnen, wollen wir nur anführen, dass der heiligeApostel Paulus die Stelle, dass der Eifer für das Haus Gottes sieVerzehren solle, auf alle Gläubigen anwendet. Wenn daher unser HerrJesus Christus seine Jünger zurechtweist, welche wünschten, dass er wieElias den Blitz des Himmels auf Diejenigen schleudern möchte, die ihnverwerfen, sagt er ihnen nicht, dass sie nicht mehr unter dem Ge-

1) Lutliorus insgnis vitiis Isdorsi; intemporioin c^us uvicpto okullit,uiinsm msgis lreusro stuäuissot! utinsm suis vieiis rocugnosvon-äis plus oporsm äoäissot. 6st. Lp.

2) Oonovonsos intor jooos ckioobsnt mslle so spuck intoros cum Ilons,czuzm, spuck superos osse cum Lslviuo. kap^rius Nssso, p. 4.