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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
261
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ihn im Augenblicke des Todes zu sich rufen läßt, wenn ihm das armeSchlachtopfer die Hand küßt und ihn um Verzeihung bittet! Sinnetnach über seine Gesichtszüge, ihr werdet kein Zeichen des Mitleids entdecken:es ist ein alter Richter, welcher sein ganzes Leben lang weinen sah undGott bat, er möchte ihm die Gabe der Thränen entziehen. Auch hater nie geliebt; und man liebt ihn nicht. Man ist mißtrauisch gegenihn, man fürchtet ihn; aber Niemand fühlt sich zu ihm hingezogen durchirgend eine Theilnahme. Sein Herz hat für Nichts Platz, als für denHaß, den Zorn und den Neid. Alle Diejenigen, welche ihn erkannthaben, entfernen sich von ihm; weil sie seinen anmaßenden Zorn, seinegallichte Selbstsucht, seinen eitlen Jähzorn, seinen maßlosen Stolz nichtertragen können. Melanchthon wirst ihm eine Grämlichkeit vor,die nur beugen kann; Bucer die Krankheit der Verleumdung,die in sein Blut übergegangen sei, wie beim Hunde die Wuth;^)Papirius Maffo einen unersättlichen Stolz und Blutdurst, voneiner Maske der Bescheidenheit und Einfalt verhüllt; Baudouin einenunerträglichen Eigendünkel, über den sich alle Welt beklage. Wenn erwar, wie leidenschaftlich für ihn eingenommene Biographen ihn uns dar-stellen, wie kommt es denn, daß ihn seine ergebensten Freunde, Einernach dem Andern verlassen? Caroli gab ihm bei der Unterredung inLausanne schöne Zeugnisse der Zuneigung. Und Caroli, den er an-fänglich gepriesen hatte, war am Ende nichts mehr, als ein wüthenderHund. Dieß geschah deßhalb, weil Caroli seine Freiheit nicht an denReformator hatte verkaufen wollen. Castalion war einer seiner gelieb-testen Schüler, den er an die Spitze des Collegiums in Genf gestellthatte; aber Castalion fiel in Ungnade bei Calvin, weil er das vos-coiuZit all inloros im Glaubensbekenntnisse des heiligen Athanasius an-ders auslegte, als Calvin; er bleibt nur noch ein Theologaster, welcherin Basel, wenn er nicht mehr von der Wissenschaft leben kann, Holzstiehlt, um sich zu erhalten. Pighius, dessen Wissen Calvin bewunderthatte, verwandelt sich in einen unbärtigcn Schüler, weil er sich ausdie Autorität berufen hat. Bucer wurde genöthigt, eines Tages aus-

1) kiuekisetain ejus inorositetoin vitu^oi'gkist Alolsnciitlion.

2) 8cr!^tor malvdicvndi Studio inkoctus, criiiis rsindus. 4Issso,

Vitu tislvini, 24.

3) Vindictse appetons et ssnguinis luit, Isciv vuin inodesta, ud oni-

nein simpliesin^uo ÜAursiu coinr>osits, tegens Istontein intus su-perkisin et iVIusso, Vits Ordvini, p. 26.

4) tüolleAse tui oon^ueruntur de tuu intolsrsdili srioAantis. Id.,