rockes?) Dieß war der unumwundene Ausspruch des Erasmus. Derniederländische Philosoph hatte auf einer Reise durch Deutschland dasmuthwillige Wort geäußert: „die Reformation gleicht der Komödie,welche immer mit einer Heirath endet." Und was auch Calvin sagenmag, die Komödie endete in Genf wie in Straßburg und Wittemberg:mit einer Hochzeit; nur mit dem Unterschiede, daß in Genf nicht wiein Wittemberg ein Churfürst war, welcher jedem neuen BrautpaareTonnen Malvasier sandte, die das Fest erheitern mußten.
Der Genfer Rath zeigte sich übrigens edelmüthig gegen seinenGast. Er hatte ihm ein Haus gekauft und eingerichtet; er gab ihmjährlich ausser einem Gehalte von ungefähr 1000 Franker?) zwölfSester Getreide und zwei Tonnen Wein: „eine ansehnliche Belohnung,"heißt es in den Registern, „die ihm wegen seiner großen Gelehrsamkeit zu-kommt, und weil ihn die Durchreisenden viel kosten!" Der Reformator hattewirklich oft ansehnliche Gäste an seiner Tafel; Schweizer Prediger oderfranzösische Flüchtlinge. Die Tafel war gut bestellt, besonders mitWein, beinahe immer mit Sauvaginer, einem der besten Gewächse umGens, dann mit „feinem Backwerk und spanischen getrockneten Früchten,"die man ihm zum Geschenke machte. Er hatte einen Bäcker, der ihmBrod vom feinsten Mehle buck, das mit Rosenwasser, Zucker, Zimmetund Anis angcmacht war, und „das Brod des Herrn" genannt wurde.Die Flüchtlinge, welche ihn zu sich einluden, liebten es, ihn gut zubewirthen; „so daß," wie Bolsec sagt, „das Wildbret und die gutenBissen anfingen, theuer zu werden, worüber man sich in Genf sehrärgerte und sich über die Leckerei der Fremden beklagte, insbesondere überdie Franzosen, welche Alles wegkauften, was auf den Molard kam?)DieVerehrer Calvin's, welche sein Porträt wie Amulette am Halse trugen,sagten, der Reformator habe kein Vergnügen an guten Mahlzeiten gehabt:
1) kinguut ackversarii nos mulicrum causa quasi trojsnum bellum mo-visse. — Iract. äe Scancialis, p. 86.
2) Es liegt uns eine Quittung Calvin's vor Augen, welche also lautet:
„Wir Unterzeichnete und der Rath von Genf grüßen unfern vielgeliebtenGeneral-Schatzmeister und tragen ihm auf, er solle an unfern vielgeliebten,achtenswcrthen Herrn Johann Calvin, Prediger der Kirche Gottes, als Be-soldung für das laufende Vierteljahr die Summe von 125 Gulden ausstellen,worüber wir mit euch bei Vorzeigung Dieses abrechnen wollen. Gegeben den6. März 1560."
„Unterzeichnet: Bernard."
Weiter unten:
„Ich bekenne, 'die obige Summe aus den Händen des Herrn Schatzmeistersempfangen zu haben. Am 7. März 1580."
„Unterzeichnet: Calvin."
3) Lolsec. Vio cko Lalviu. p. 45 — 46.