Druckschrift 
Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
254
Einzelbild herunterladen
 

254

mit einem Hunde. So machte er es dem Caroli, Servet und Castalion.Wenn der Gegner ein geistreicher Mann ist, dann wird der Hund toll/)

Lvenn oer Gegner ein geipreicycr ^

Der Hund spielt in seinen Schriften eine so große Rolle, als der Teu- ^ ^

fel in den Schriften Luther's. Daran zeigt sich aber, wie viel weniger

poetisch der Genfer ist. Wenn der Hund Calvin's geheult, gegeifert

und gebissen hat, legt er sich und schläft ein; aber wenn Luther's Teufel ^ ß »S ^ '

geheult, gegeifert und gebissen hat, verwandelt er sich in eine Schlange,

in eine Kröte, in einen Theologen, oder auch in einen Kölner Mönch;

und jede Verwandlung gibt dem Doctor neue Bilder an die Hand. ^

Johann Gerard oder Girard, und Jakob Bourgeois, zweiBuchdru-cker in Genf, haben den größten Theil der Werke des Reformators ' n-r

veröffentlicht. Johann Gerard gab im Jahre 1551 die kleinern Werke ^

heraus, im Jahre 1553 die französische Ausgabe derUnterweisung."

Colladon ist der Verfasser der Register zu diesen Werken?) ^

Calvin hinterließ mehrere tausend Briefe, ohne diejenigen zuzählen, welche zu Grunde gegangen sind, oder welche man nicht mehr M kct ü

finden konnte. Beinahe alle betreffen theologische Gegenstände: Dog- ,

matik, Exegese und Moral sind oft alle zugleich in Bewegung gesetzt. « » n ",

Die meisten Briese sind an Farell addressirt. Der Pastor von Neufchatel K»E «

ist es, den er in der ganzen reformirten Welt am meisten liebt. Er LMft ch

ist selten böse mit ihm, weil er Alles thut, was er haben will; weil M-tqüllch

er all seinen Launen nachgibt, demüthig, unterthänig und gelehrig ist. Wm M tt

Es ist wunderbar, zu sehen, wie die Zeit die Schwungkraft der Seele tn Miiakcl A

des Pastors, die anfänglich so voll Enthusiasmus war, so schnell ab- NtS sm« u«

genützt hat. Mit dem ersten Haare, das auf seinem Haupte graute, Akchmz wöch

verlor Farell die Lebhaftigkeit der Rede, seine feurige Sprache, seineepileptischen Geberden und seinen flammenden Blick. Ihr erinnert euchnoch des Zwerges im rothen Barte, der im Jahre 1532 nachGenf kam, um die Domherrn zum Kampfe aufzufordern, den Bischofzu verjagen, die Glocken niederzustürzen, und den Gräuel an heiliger s^s

Stätte einzuführen? Seine religiösen Ansichten haben sich gemildert;er neigt sich zum Wiedertäuferthume hin, und hat die Lehre von der

Vorausbestimmung nie ganz angenommen; aber er sucht dich dem Re-formator zu verbergen. Sein höchster Wunsch ist, im Frieden zu ster-ben, und er wird sich wohl hüten, mit Calvin anzustoßen. Das ist

1) Lsntum osnias ills moräouä! lstrsuäic^us rsliigz r^usin ellulliuntoinues ejus scripterum psginse sstis tsststur Dualis NominemSpiritus iustiget

8) Lpist. N. tlvllsäou Nsreusräum.