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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
250
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all diesen großen Anstrengungen des Geistes. Baudouin, einer dergrößten französischen Rechtsgelehrten, diente ihm lange Zeit alsSecretär.

Er schrieb an Farell:Ich erinnere mich im ganzen Jahre keinenso peinlichen Tag gehabt zu haben. Der Bote muß mit meinem Briefeden Anfang meines Werkes bringen. Zwanzig Blätter zur Correctur,meine .Vorlesung, meine Predigt, vier Briefe zu schreiben, streitendePartheien auszusöhnen, zehen Personen, die auf meinen Rath warten!Ich hoffe ihr werdet mich entschuldigen, wenn ich mich nicht längermit euch unterhalte."

Luther's Leben war so beschaffen: er mußte schreiben, antworten,auswendig lernen, dictiren, seine Thüre den Churfürsten, den fremdenGelehrten und den Armen öffnen, dann auch den Trotz seiner Fraubesänftigen. Jdelette war überhaupt eine bessere Lebensgefährtin alsdie Bora: jene nimmt nicht den geringsten Platz im Leben des fran-zösischen Reformators ein. Das war ein Glück für Calvin; denn

wenn dieses colerische Temperament auch noch durch häusliche Händelerregt worden wäre, was hätte da aus der Republik werden sollen?

Man muß den Briefwechsel Calvin's studiren, wenn man die

Seele des Theologen ohne Hülle sehen will. Wir wollen einige Ge-

wiffensfälle anführen, deren Lösung charakteristisch ist.

Man brachte dem Farell ein Kind, das er taufen sollte, es war einMädchen von einer Katholikin, welche dem Antichrist nicht hatte entsagenwollen, 2) und welche zum Prediger sprach:Ich will dem Glaubenmeines Mannes folgen." Farell verweigerte das Taufwasser, und zogseinen Freund Calvin zu Rathe, welcher ihm antwortete:

Ihr habt recht gethan; es wäre absurd, diejenigen zu taufen,die keinen Theil unseres Leibes ausmachen wollen."

Lälius Socin, der Antitrinitarier, fragte Calvin:

Meister, was soll man von einem Christen halten, der sich miteiner Katholikin verheirathct?"

Calvin antwortet:Es ist einem Christen nicht erlaubt, sich miteiner Frau zu vereinigen, welche Christus verlassen hat. Alle Papisten

1) kalckuinus olim tsmilisris et seriös ejus ksp^rius Llasso. vre-lincourt, p. 230.

2) Lpisl. I'srelli, dleocomi, 14. 4ulii 1532.

3) ^bsurckum esse ut eos dsptiremus gui corporis nostri ceuseri ue-gueunt. ksrello 16 Lsl. -4ug. 1553.