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Zweiter Band (1844)
Entstehung
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geprüft werden. Das war seine Hauptarbeit, sein Tagewerk als Sec-tirer und als Philosoph. Seine Erholungsstunden brachte er mit Ab-fassung eines Kommentars über das Buch Seneka'svon der Milde"zu: eine schreckliche Arbeit, welche einige hundert Seiten in Folioeinnimmt.

Zu Straßburg predigte er zweimal des Tages, verwaltete die fran-zösische Kirche, gab öffentlichen Unterricht in der heiligen Schrift, führteeinen religiösen Briefwechsel mit seinen Freunden in Frankreich undDeutschland, und fand nochZeit, an verschiedenen Auslegungen der Briefedes heiligen Paulus zu arbeiten. Diese geistige Thätigkeit scheint sichnach seiner Rückkehr nach Genf noch verdoppele zu haben. Ihr findetihn überall, oft mit Kleinigkeiten des prosaischen Lebens beschäftigt, dieer keinem Andern überlassen wollte. In der Kirche wacht er über dieäußere Anordnung; er ist es, der die Kanzel niedrer stellen läßt,damit die Stimme des Predigers um so leichter gehört werde; er ist es,der die zerrissenen Mauern wieder neu betünchen läßt; der die Bilderund Statuen abreißt; der die Grabschriften auslöscht. Von der Kirchegeht er in den Rath, wo er sich mit den Syndicen und Rathsherrnüber die Verwaltung der Gemeinde, über die politischen Verhältnisse derStadt, über Straßenpolizei', über Streitsachen, über die Civilgesetz-gebung und Almosenvertheilung bespricht. Aus dem Rathe kehrt er inseine Wohnung zurück, wo er sein Arbeitszimmer voll von Briefen,Zuratheziehungen, Klagen und Anzeigen findet, auf die er augenblicklichantworten soll. Die Nacht bricht ein, und er arbeitet noch: drei Stun-den Schlafes genügen ihm. Im Sommer belustigt er sich am Abendemit einigen Rathsherrn an einem Spiele, dessen Kunst, wie Morus sagt,darin bestand, daß man die Steine auf einer langen Tafel so nahe alsmöglich zu treffen wußte. Sein ganzes Leben lang litt er an Schlaf-losigkeit, unruhigen Träumen und fieberhaften Aufregungen, die vondem hitzigen Blute kamen, das er selbst nicht zu besänftigen suchte.An den Tagen, an welchen er nicht predigte, lag er im Bette, und ließsich nach fünf oder sechs Uhr Bücher bringen, um einem Schreiber zudictiren. Wenn er seine Woche hatte, war er immer bereit, um zweiUhr die Kanzel zu besteigen, und wenn er wieder nach Hause zurückgekehrtwar, legte er sich in sein Bett, oder angekleidet aus dasselbe, hatteseine Bücher neben sich und arbeitete. Calvin spricht gerne von

1) Llorus, Llogs äk llslvin. Vor dessen Unterweisung Seite 115 116.

2) Lsre, Vio äe (lslvin.