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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
236
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tränk von Galle und Thränen gieße, das er bis auf die Hefe zu trinkenverdammt war. In seinem Kampfe mit dem Katholicismus konnte erdie Feder keines seiner Amtsgenossen brauchen, welche die edelste Sachedurch ihre trivialen Albernheiten verderbt hätten. Farell hatte seit eini-gen Jahren die Frische seiner Jugend gänzlich abgenützt, die allzu brau-send gewesen war, als daß sie lange hätte dauern können; Viret hattenur eine ganz weiche Redeweise. Beza, der ganz von Latein undGriechisch voll war, versprach so gelehrt und so gehorsam zu sein, wieMelanchthon der Schüler Luther's, und er hielt Wort. Die Freund-schaft der bciven Männer dauerte, so lange sie lebten, und nach demTode Calvin's schien sie sich in Beza's Brust zu erhöhen, er gelobtedem Andenken seines Vaters einen förmlichen Cultus. Es gibt abernoch ein heiligeres Gefühl, als das der Freundschaft, nämlich jenesder Wahrheit, welches der leidenschaftliche Beza so oft mißachtete, wenner Männer angriff, welche schon von Calvin mit seinem Zorne verfolgtworden waren. Man wird tief betrübt, wenn man von diesen blumich«ten Lippen ganze Fluchen von Beleidigungen gegen die Feinde des Re-formators aussirömen sieht, gerade als wenn er immer nur aus dem GlaseLuther's getrunken hätte. Er läugnet jeden Ruhm, den Calvin streitigmachte. Er findet, daß Westphal ohne Wissenschaft, Pighius ohneKenntniß der heiligen Schrift, Bolsec ohne theologische Bildung ist.Er nennt Baudouin einen Schmarotzer, Castalion einen Dieb, und Ser-vet einen eingefleischten Teufel. Der erbärmlichen Bibelübersetzung,welche Calvin corrigirt hatte, weiß er nur Lob zu spenden, und unter-steht sich, obwohl er nie ein Wort Deutsch verstand, die lutherischeUebersetzung zu verschreien.Fürwahr," sagten die Lutheraner,essteht einem französischen Gaukler wohl an, wenn er nie eine Sylbevon unserer Sprache kannte, die Deutschen reden zu lehren!" SelbstBayle war oft genöthigt, die Jrrthümer zu rügen, in welche Bezabei seiner Bewunderung für das Andenken des Reformators verfiel,indem er entweder historische Thatsachen entstellte, oder die lutherischenund katholischen Schriftsteller verleumdete, und die Fehler seiner Reli-gionsgenossen beschönigte?)

In der Streitfrage gegen die Nikodemmn vertheivigte er die AnsichtCalvin's, welcher für die Resormirten ein äußeres Glaubensbekenntnis;verlangte; als er aber nach dem Tode des Reformators Oberhauptseiner Partei geworden, war er einer der Ersten, welche dem

1) Lctllus?. Urevl. 6slv. lib, 2.