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cher „das gelobte Land als ein unfruchtbares Gebiet, im Widerspruchemit der Erzählung des Moses dargestellt ist, welcher desselben Frucht-barkeit rühmt." „Dich ist eine gottlose Aeußerung" sprach der Richter.Servet antwortete: „ich habe sie nur übersetzt; Ptolemäus ist derAtheist."
Darauf sollte man keine Entgegnung erwarten. Calvin nahm aber dasWort. „Es war mir sehr leicht," sagte er, „diesem Ungläubigen dasMaul zu stopfen: ich fragte ihn, warum er damals die Arbeit einesAndern gutgehechen habe? Dieser eitle Hund wurde durch so triftigeGründe geschlagen, daß er seine Schnauze nicht anders wischen konnte,als daß er sagte: wir wollen weiter fahren, daran ist nichts Böseszu finden."')
Man sing an, die Bibel zu untersuchen. Der Gefangene wurdeüber den dreiundfünzigsten Vers des Jsaias, an welchem man ihm zumVorwurf machte, daß er den prophetischen Sinn verkehrt und auf Cyrusgedeutet habe, während man ihn sonst auf Christus anwendet, „näm-lich auf die Tilgung unserer Sünden und das Tragen unserer Un-gerechtigkeiten."
Darauf antwortete Servet, daß die Stelle vornehmlich von Chri-stus zu verstehen sei; aber der Geschichte und dem Buchstaben nachmüsse man sie auf den Cyrus anwenden: die alten Lehrer hätten dieheilige Schrift in einem doppelten Sinne erfaßt, im buchstäblichen undim mystischen.
Calvin drang in den Angeklagten. — „Vero languoros nostrosipso tulit, dolores nostros ipso portnvit; altliotns ost proptor poe-cata nostra„Der Bube blieb hartnäckig darauf bestehen," sagtCalvin, „daß er in diesen prophetischen Worten von Jesus Christusnichts Anderes sehen könne, als seinen König Cyrus!"^)
Der Streit über die Dreieinigkeit war lang und lebhaft. Servetnahm drei Personen an in einem Gott; er gab aber der Persönlichkeiteine Bezeichnung, welche derjenigen sehr ähnlich war, welche ihr diealten Sabelliner gaben. Die Persönlichkeit repräsentirte seiner Mei-nung nach eine Eigenschaft, keine Wesenheit. Er verwarf mit allerEnergie, die seiner Seele eigen war, die Lästerung, die man ihm zu-muthete, indem man sagte, er vergleiche die Dreieinigkeit mit demKopfe des Cerberus?)
1) ^rsites lllöolobiques, p. 846.
2) 6slv. kelut. errorum 8orvMi. p. 763.
3) Oslv, kekut. err. 8<>i < Mi.