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kulri." Melanchthoir erwähnt seiner an mehreren Stellen seinerSchriften. Es scheint mir aber, daß ihr durch das, was ich euchschon gesandt habe, Beweise genug habt, um vorwärts zu kommen undden Prozeß zu beginnen. Was den Drucker betrifft, so sende icheuch die Namen Derjenigen nicht, durch die wir erfahren haben, daßBalthasar Arnoullct und Wilhelm Gucroult, sein Schwager, das Buchgedruckt haben; davon sind wir aber ganz überzeugt, er kann es nichtläugnen. Es ist möglich, daß Servet die Kosten des Drucks bestrittenund die Exemplare alle zu sich genommen hat; aber ihr werdet fin-den, daß der Druck von jener Officin ausging, die ich euch nannte.Weil der Bote schnell abgefertigt sein will, aus Furcht wie ich glaube,da er besorgt ist, es gut zu machen, und er mir euere Briefe im-mer sehr spät eingehändigt hat, habe ich diese Antwort kurz gefaßt,weßhalb ich euch um Entschuldigung bitte, wegen der Eile. Ich glaube,ich habe vergessen, euch zu schreiben, daß ihr die Briese nicht verleget,um sie mir einmal wieder zurückzusenden. Nun wird es Zeit sein,daß ich schließe, indem ich mich euerer Gunst empfehle und euch bitte,mein Herr Vetter, daß ihr euern Bruder nicht vergesset, der sehr erfreutist, daß euch Gott mit einem Leibeserben segnete, wie ihr mir schreibt.Empfehlet mich auch euerem ganzen Hause. Ich will Gott bitten,daß er euch durch seinen heiligen Geist leite, damit ihr nur thut, wasihm wohlgefällig ist. Genf den letzten März."
Nun ist Servet in der Macht der kirchlichen Gerichtsbarkeit:Matthäus Orp muß seine Pflicht erfüllen; das Gesetz des Landes willes, er kann es nicht umgehen. Calvin hat Alles so weit vorbereitet,daß die gerichtliche Untersuchung, das Verhör, die Zeugenaussage inBetreff des Angeklagten, und die Darlegung des Verbrechens nur einenAugenblick währen wird. Servet ist fcstgenommcn worden, er erwartetden Beginn des Prozesses.
Im Gefängnis; war ein Garten mit einem Altan, von dem man inden Hof des Gerichthauscs springen konnte, dessen Thore immer offenstanden. Diese Inquisitoren waren ungeschickte Hüter, da sie den Servetin ein Gcfängniß setzten, das nach allen Seiten hin offen war, ihm einenBedienten von fünfzehn Jahren ließen und sagten, daß man ihn „ehren-haft und standesgemäß" behandle. Heut zu Tage würden die Rich-ter andere Vorsichtsmaßregeln ergreifen: sie würden nicht zugeben, daßman dem Angeklagten dreihundert Thaler brächte, wie es der Großprior
1) v'^rtignv, p. io».