Druckschrift 
Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
200
Einzelbild herunterladen
 

Augen öffnen möge, die so böse Reden führen, damit sie besser vondem urtheilen, was wir beabsichten. Und weil aus euerm Briese er-sichtlich ist, dass ihr euch nicht mehr auf das Gespräch einlassen wollt,das ihr früher mit mir begonnen habt, so will ich euch auch nichtärgern und hoffe, daß Gott euch endlich wohl fühlen lassen werde,daß ich den Theil, zu dem ich mich halte, nicht übereilt gewählt habe.Ich empfehle mich in euere Gunst und bitte Gott, daß er euch in derseinen erhalten möge. Genf am 26. März."

Der zweite Brief ist noch wichtiger und kam eben so geheimnißvollin Ory's Hände.

Mein Herr Vetter! Ich hoffe, daß ich euch zum Theil in Betreffdessen, was ihr verlangtet, Genüge geleistet habe, indem ich euch dieHandschrift Desjenigen sende, der das Buch verfaßte. In dem letz-ten der übersendeten Briefe werdet ihr den verlangten Beweis finden,daß Michael Servet und Michael von Villeneufe eine und dieselbe Personist. Denn Servet entschuldigt sich in demselben wegen des fremden Na-mens, den er in Frankreich angenommen hat, da er doch eigentlichKarvotus, alias Usves heiße, indem er meldet, daß er sich nach seinemGeburtsorte von Villeneufe genannt habe. Uebrigens halte ich Gott zugefallen mein Versprechen, wenn es die Noth erfordert, und schicke daszu Vienne gedruckte Buch von Servet's Hand, wie die Briefe. Ichwürde es schon jetzt mitgeschickt haben, wenn es zu Genf wäre, aberes befindet sich schon seit zwei Jahren in Lausanne. Wenn Herr Calvindasselbe behalten hätte, würde er es sogleich dem Verfasser zurückgeschickthaben; aber weil dieser das Buch nicht an Calvin allein schickte, son-dern auch Andern zur Prüfung vorlegte, haben diese es zurückbehalten.Ueberdieß habe ich erfahren, daß Herr Calvin dem Verfasser hinreichendgeantwortet hat, um einen vernünftigen Menschen zufrieden zu stellen;als er aber sah, daß es gegen ein solches Werk nichts nützte, habe erdas Uebrige nicht des Lesens Werth geachtet, weil er der Träumereienund Thorheiten müde geworden sei, mit denen ihn der geschwätzige Spa-nier, der immer aus einem Tone singt, überhäufte. Damit ihr aberwisset, daß dieser unglückliche Mensch nicht erst seit heute die Kirchebeunruhigt, indem er die Unwissenden in seine Verwirrung hineinreißt,sage ich euch, daß er schon vor vierundzwanzig Jahren aus den vor-nehmsten Kirchen in Deutschland verwiesen und weggejagt worden ist;und wenn er sich je wieder sehen ließe, würde er nicht mehr vondort wegkommen. Unter den Briefen des Oekolampadius sind die beidenersten an ihn gerichtet, unter dem Titel, der ihm gebührt:SorvatoWspgno neZanti silsiristum yssa vei kilium colisubstantialom