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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
172
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Calvin hatte seine Freude daran, den armen Greis zu verspotten.Wenn Meister Castalion trinkt," sagte der Resormator,hat er dieGewohnheit, ehe er den Wein kostet, auszurufen: ,,'Cu «zuis es?"Wenn der Wein passabel ist, antwortet er:C?c> sum «zui sum;"wenn er aber vortrefflich ist:Hie est tilius ckei vivi."

Aber auch von Gott wurde Castalion verlassen; er war damalsunglücklicher, als der Vogel des Himmels, welcher sein Nest, seinLaubdach und seine Nahrung hat. Wenn sich der Sturm legte unddie Wälder des Jura nicht mehr erschüttert wurden, konnte Castaliondem Flusse nicht mehr das kleine Stückchen Holz entziehen, um es ausdem Markte der Stadt zu verkaufen, wenn er es nicht nöthig hatte,um seine Nahrung zu kochen! Dann nahm er eine Schnur und ginghinaus an den Fluß, um zu fischen, oder ein Grabscheit, um diekleinen Gartenbeete umzugraben, mit denen jede Wohnung in Baselgeziert war.Ich ziehe es aber vor, zu fischen," sagte er,dennindem ich auf die Fische warte, studire ich."

Castalion starb den Hungertod wie die kleine Lampe, von der-er in seinem Moses spricht, die aus Mangel an Oel erlosch. Baselsah ein, was es an Castalion verloren hatte; aber es war zu spät.Diesem Lehrer, den das Unglück so sehr verfolgt hatte, sollte selbst dieErde nicht leicht sein! Er war in das Grab des Grynäus gelegt wor-den: zur späten Huldigung für so großen Ruhm; aber ein Professor,welcher der Familie des Grynäus angehörte, ließ das Grab aufwüh-len und hatte die Ruchlosigkeit, daß er den Leichnam Castalions wiederhcrausgraben ließ. An diesem Tage der Entweihung kamen drei pol-nische Edelleute nach Basel, welche sich erinnerten, daß Castalion ihrehemaliger Lehrer war. Sie ließen den Leichnam in die Hauptkirchetragen. Während man ihn zu seiner letzten Ruhestätte trug, beschäf-tigte sich die lateinische Muse mit einer Grabschrift für einen ihrergeliebtesten Pfleglinge; sie schloß in diesen Grabgesang das ganzeLeben des Dichters ein:

ckcjunas crekro cueuas et prsnckis nuckoLumcrc cum parva pro!« solebat agro.

Ouin etiam urontis czuae posset frigora brumaekellere, vel tenues rite parare cibos,

Lx kbeno manibus venientia ligna trabebat,

Cum gravis iuAentes tuckerst imber aczuas.

1) Nortuus est ex paupertste, Scaligeriana, xi. 43.